Der Lehrgang, der in Kooperation mit dem i-fam (Institut für familienzentrierte Sozialpädagogik und –therapie) angeboten wird, vermittelt praxisrelevantes Wissen, diagnostische und kommunikative Kompetenzen für den Umgang mit bindungstraumatisierten Menschen.
Er richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Sozialarbeiter/innen, die in der Kinder- und Jugendhilfe und
an Schulen beschäftigt sind. Die Ausbildung stärkt die eigene Wirksamkeit in der Ausübung sozialer und pädagogischer Dienste mit dem Ziel, Menschen mit psychosozialem Hilfebedarf heilsam zu begleiten.

Der 5-semestrige modulare Lehrgang  (60 ECTS) zeichnet sich durch seine wissenschaftliche Fundierung und ausgewählte Vortragende aus. Er wird in drei Blöcken abgehalten und endet mit einer Abschlussarbeit:

  • Block 1: Bindungsgeleitete Interventionen, Evaluation und interdisziplinärer 
  • Austausch (20 ECTS)
    Dauer: 19 Tage blockweise organisiert
  • Block 2: Neue Autorität und Verhaltensmodifikation (12 ECTS)
    Dauer: 13 Tage blockweise organisiert
  • Block 3: Familienzentrierte und kinderschützende Interventionen (22 ECTS)
    Dauer: 22 Tage blockweise organisiert
  • Abschlussarbeit (6 ECTS)

Zulassungsbedingungen: abgeschlossene und anerkannte Fachausbildung für die Kinder- und Jugendhilfe und als Sozialarbeiter und Lehrer.
Dauer: 5 Semester (jeder Block ist auch einzeln buchbar)
Kosten: € 5.200,-
Kontakte:

Modulübersicht:

M1: Bindungsgeleitete Interventionen: Theoretische Grundlagen und Diagnostik

  • Die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung für die psychosoziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes: Theoretische Fundierung und praktische Verdeutlichung anhand von Videobeispielen
  • Diagnostik kindlicher und jugendlicher Bindungsmuster
  • Diagnostik des eigenen Bindungsmusters

M2: Bindungsgeleitete Interventionen: Übertragung von Bindungsmustern

  • Übertragung von Bindungsmustern von Kindern und Jugendlichen auf neue Bezugspersonen wie z.B. Lehrer/-innen, Sozialpädagogen/-innen und andere Professionelle
  • Videobasierte Analyse und Deutung von Interaktionen unter bindungsgeleiteten Aspekten
  • Dokumentation und Analyse eigener Praxiserfahrungen im Bereich der Übertragung von Bindungsmustern mittels Videoaufzeichnungen

M3: Bindungsgeleitete Interventionen: Evaluationsmethoden, kollegiale Beratung, Implementierung

  • Videobasierte Trainings zum Aufbau sicherer Bindungsbeziehungen zwischen Professionellen und Kindern/Jugendlichen als zentrale Voraussetzung einer gelingenden Entwicklung im kognitiven, emotionalen und psychosozialen Bereich
  • Verfahren (v.a. Single Subject Designs) zur empirischen Evaluation bindungsgeleiteter Interventionen
  • Implementierung bindungsgeleiteter Interventionen

M4: Bindungsgeleitete Interventionen: Szenisches Spiel

  • Methoden des szenisches Spiels
  • Integration der Methoden des szenischen Spiels in das Konzept der Bindungsgeleiteten Intervention
  • Reinszenierung von Bindungserfahrungen im szenischen Spiel
  • Transformation in einen positiven Ausgang als pädagogisches Wirkelement des Szenischen Spiels

M5: Bindungsgeleitete Elternbeteiligung

  • Psychologische und pädagogische Grundlagen der Elternarbeit
  • Methoden der Bindungsgeleiteten Elternbeteiligung
  • Diagnostik und Intervention in der Bindungsgeleiteten Elternbeteiligung

M6: Pädagogische Verhaltensmodifikation

  • Lerntheorien: Klassisches und Operantes Konditionieren
  • Variablen, die den operanten Lernprozess determinieren
  • Modell-Lernen
  • Interventionen des operanten und klassischen Konditionierens
  • Diagnostik im Kontext der Lerntheorien: Das SORKC-Modell
  • Traumasensible pädagogische Diagnostik und Interventionen

M7: Neue Autorität

  • Die sieben Säulen der Neuen Autorität
  • Verortung der „Neuen Autorität“ im Konzept der Bindungsgeleiteten Interventionen
  • Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung des Modells der Neuen Autorität aus der Perspektive Bindungsgeleiteter Interventionen

M8: Prävention und Intervention bei sexuellem Missbrauch

  • Klassische Theorien der Verarbeitung der Beziehungstraumata „körperliche und sexuelle Gewalt in der Familie“
  • Diagnostische Strategien und multiprofessionelle Netzwerkarbeit bei sexueller und körperlicher Gewalt in der Familie
  • Kinderschützende Interventionen
  • Bindungsgeleitete Interventionen bei sexueller und körperlicher Gewalt

M9: Familienzentrierte Interventionen

  • Soziale Diagnostik
  • Diagnoseverfahren Netzwerkkarte und Genogramm
  • Bindungsgeleitetes Interviewverfahren mit Eltern
  • Der Einsatz des szenischen Spiels im Kontext pädagogischer Diagnostik und Intervention
  • Das bindungsgeleitete Beratungsgespräch

 

Anmeldung bis 30.11.2018
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Folder oder www.i-fam.at.