Wissenschaftliche und professionsorientierte Arbeitseinheiten

Lernen und Lehren in der Berufsbildung unter dem Aspekt der Diversität

Mehr als dreiviertel aller Schüler/innen der Sekundarstufe II in Österreich besuchen eine Schule mit beruflicher Ausrichtung (EU: 52,8 Prozent, OECD: 46 Prozent).

Die hohe Qualität des berufsbildenden Schulwesens und eine gute Berufseinmündungsphase sind mit Sicherheit essentielle Faktoren für eine niedrige nationale Jugendarbeitslosigkeit. Darüber hinaus wurde mit der Einführung der Bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr und der sozialpartnerschaftlich unterstützten Ausbildungsgarantie ein zusätzliches Netz geschaffen.

Die hervorragenden Leistungen von Absolvent/innen der dualen Bildung der letzten Jahrzehnte bei nationalen Wettbewerben und bei den Euro- und Worldskills sind ein weiteres Indiz für die Qualität der schulischen und beruflichen Ausbildung in Österreich.

Über die Tatsache guter Ergebnisse national wie international hinaus ist das System „Berufsbildung“ allerdings relativ wenig beforscht. Vor allem die duale Berufsausbildung weist aufgrund des Nebeneinanders von Lehre und Schule eine ausgeprägte Diversität auf, die auch zwei unterschiedliche und schwach verbundene Governancesysteme (die Sozialpartnerschaft in der Lehre und die staatliche Bürokratie in der Schule) umfasst. Es bleibt zu konstatieren, dass duale Berufsausbildung verstärkt mit Schüler/innengruppen zu tun hat, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, mangelnde schulische Leistungen zu erbringen. Hinsichtlich der sozialen Herkunft der Schüler/innen sehen wir einen wesentlichen Unterschied im Zugang zu AHS oder berufsbildenden Schulen. Risikofaktoren wie bildungsferne Familienherkunft, Identitätsdefizite durch Fluchterfahrungen, mangelnde Grundkompetenzen und nicht deutsche Erstsprache steigern die Dropout-Rate.

Daraus ergeben sich für die auf den Schwerpunkt „Diversität“ abzielende wissenschaftliche Arbeitseinheit Forschungsfelder wie: Gestaltung von Lernprozessen für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Vorerfahrungen und Fluchterfahrung, Förderung der Begabungs- und Begabtenförderung im dualen System, Gestaltung von Lernprozessen, die an unterschiedlichen Kompetenzen, Stärken und Interessen von Schüler/innen ansetzt, Entwicklung und Konzepte zur Senkung der Dropout-Rate, Konzepte zur Politischen Bildung, Konzepte zur Berufsausbildung für Menschen mit Beeinträchtigung u.a.m.

Forschungsmitarbeiter/innen

Interimistische Leitung der Arbeitseinheit

DDr. Helmut Wagner (PH OÖ)
Doktorat Theologie und Lehramt für Pflichtschulen (Uni Graz), Doktorat Geschichte (Uni Salzburg), 16 Jahre Religionslehrer an berufsbildenden Pflichtschulen, seit 12 Jahren Lehre an der PH OÖ im Bereich Humanwissenschaften
PD Dr. Silvia Demmig (PH OÖ)
Habil und Venia Legendi im Fach DaZ (2013), Promotion im Fach DaZ (2003), ab 1.10.2016 ph1-Stelle an der PH OÖ

Weitere Personen, welche mit ihrer Expertise in der Arbeitseinheit
mitwirken
Wilfried Prammer, MA (PH OÖ)
Masterstudium Inclusive Education, Integrative Heilpädagogik, Lehramt für Sonderschulen,
Lehramt für Volksschulen, seit mehr als 20 Jahren Lehre an der PH OÖ
im Bereich Inklusive Pädagogik, Fachdidaktik, schulpraktische Studien
Mag. Ramona Uhl, MBA (PH OÖ)
Magister der Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie, derzeit Dissertationsverfahren für Bildungswissenschaften, Master of Business Administration, Studium der Bildungswissenschaften, Lehramt für Berufsschulen, seit 2003 Lehre an der PH OÖ in den Bereichen Humanwissenschaften, Didaktik, Fachdidaktik, schulpraktische Studien
Mag. Günter Wohlmuth (PH Salzburg)
Magister der Philosophie, Lehramt für Berufsschulen, zwei Ausbildungsberufe: Reproduktionsfotograf und Lithograph, Lehrtätigkeit an der Landesberufsschule 3 in Salzburg, Lehrtätigkeit BFI Salzburg, seit 2007 Lehre an der PH Salzburg in den Bereichen Humanwissenschaften, Fachdidaktik, Didaktik, schulpraktische Studien
Mag. Sabine Kassarnig (PH NÖ)
Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, PFL Pädagogik und Fachdidaktik  Englisch für Lehrer/innen, div. Lehrgänge, seit 2001 Lehre für Wirtschaftspädagogik an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe Wiener Neustadt, seit 2007 Lehre an der PH Niederösterreich in den Bereichen Individuelle Lernbegleitung, Schulmanagement, Qualitätsmanagement, Schulentwicklung
Mag. Dr. Roland Arrich (PH Kärnten)
Studium für Geschichte und Sozialkunde sowie Geographie und Wirtschaftskunde, Lehramt an höheren Schulen, seit 2007 Leiter des Instituts für Berufspädagogik an der PH Kärnten, mehrjährige Unterrichtstätigkeit an der BHAK und BHAS Klagenfurt
Mag. Sabine Albert (PH Wien)
Studium der Pädagogik an der Uni Wien, Masterlehrgang Provokativpädagogik,
Lehramt für Informations- und Officemanagement, div. Lehrgänge, seit 2010 Lehre an der PH Wien im Bereich Humanwissenschaften, Fachwissenschaft, Fachdidaktik, 1994 – 2013 Lehrerin im Schulzentrum HTL, HAK, BHK und BHAS 1030 Wien
Ingrid Hotarek, BEd MA (PH Tirol)
Lehramtsstudium Berufspädagogik PH Tirol und Masterstudium Gifted Education, Begabtenförderung und –forschung Donau-Uni Krems; Fakultät für Bildung und Medien, Guericke-Universität Magdeburg; Fakultät für Humanwissenschaften; Institut für Berufs- und Betriebspädagogik, Promotionsgebiet „Berufsbildung und Personalentwicklung“; Lehrschwerpunkte: Heterogenität als berufspädagogische Herausforderung; Inklusion; Diversität und interkulturelle Pädagogik

Arbeitseinheiten 1 - 5

Der Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung (QSR) übernimmt gem. § 74a Abs.1 Z.3 HG bzw. § 30a Abs.1 Z.3 HS-QSG die Aufgabe der „studienangebotsspezifischen Prüfung der wissenschaftlichen und professionsorientierten Voraussetzungen für die Leistungserbringung von Pädagogischen Hochschulen“. In seiner Richtlinie vom 18. März 2014 präzisiert der QSR die Anforderungen für die Erfüllung der Voraussetzungen und sieht die Einrichtung von Arbeitseinheiten vor. Die Pädagogischen Hochschulen haben sich – im Rahmen der bereits festgelegten Zuständigkeiten für die Arbeitseinheiten – auf die Nominierung von Personen für den Aufbau und/ oder die Leitung der Arbeitseinheiten verständigt. Bei der Auswahl von Personen sollte u. a. auf die Anbindung an die jeweils relevanten Fachdisziplinen geachtet werden. Nach inhaltlichen und geografischen Gesichtspunkten können ggf. mehr als eine Person federführend Verantwortung für eine einzelne Arbeitseinheit übernehmen. Es sollte sichergestellt werden, dass die Arbeitseinheiten möglichst in Verbindung zu allen Pädagogischen Hochschulen stehen. Einvernehmen wurde zu den folgenden Bezeichnungen der Arbeitseinheiten hergestellt. Die Bezeichnungen sollen im Zuge einer Ausdifferenzierung der Arbeitseinheiten auch geändert werden können.

AE 1: Land- und Forstwirtschaft/Umwelt/angewandte Chemie und Biotechnologie (Koordination Hochschule Agrar und Umweltpädagogik Wien)
AE 2: Technik, Gewerbe und Industrie/Design und Gestaltung/Informations- und Kommunikationstechnik (Koordination PH Wien und PH Niederösterreich)
AE 3: Gesundheit, Bewegung, Ernährung/Gastronomie und Lebensmittel (Koordination PH Tirol)
AE 4: Wirtschaft und Soziales/Information und Kommunikation (Koordination PH Tirol und PH Oberösterreich)
AE 5: Lernen und Lehren in der Berufsbildung unter dem Aspekt der Diversität (Koordination PH Oberösterreich)

Die Pädagogischen Hochschulen legten dem QSR im September 2016 Entwicklungsplanungen für die Erfüllung der wissenschaftlichen und professionsorientierten Voraussetzungen in den Arbeitseinheiten der Sekundarstufe Berufsbildung vor.

Die Vortragenden des Instituts Berufspädagogik der PH OÖ arbeiten in allen wissenschaftlichen und professionsorientierten Arbeitseinheiten mit, die von Frau Vizerektorin Dr. Katharina Soukup-Altrichter eingereichte Arbeitseinheit Nr. 5 leitet und koordiniert die PH OÖ:
Wissenschaftlich professionsorientierte Arbeitseinheit 5 Berufspädagogik