Forschungsstelle Sonderpädagogik, Sprache und Inklusion

(fossi)

Forschung - Beratung - Unterstützung

Die fossi ist eine Einheit des Arbeitsbereiches "Pädagogik bei Sprachbeeinträchtigungen" im Fachbereich "Sprachliche Bildung", in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Inklusive Pädagogik der PH OÖ und dem Institut für Forschung und Beratung zu Sprache, Bildung und Migration (IFB; I-FOSSI e.V.) (ZVR-Zahl: 212574729.

Angebote:

Die fossi bietet:

  • Beratung zusammen mit dem IFB für Eltern und Lehrkräfte zu schulischen Fragen bei Sprachbeeinträchtigungen im Kindesalter, zu Fragen der Mehrsprachigkeit und Migration
  • Forschung in der PH OÖ und (über das IFB) für externe Einrichtungen
  • fachliche Beratung und Unterstützung in der Hochschullehre

Nähere Informationen für Eltern zur Beratung durch das Institut für Forschung und Beratung zu Sprache, Bildung und Migration (IFB; I-FOSSI e.V.) (ZVR-Zahl: 212574729) der fossi: hier klicken

Beratungstermine für Eltern, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende: i.d.R. immer Dienstags, 15.30 - 17.00 Uhr, Anmeldung: hier klicken oder Terminvereinbarung über fossi@ph-ooe.at

Sie finden uns auch auf Facebook (TM) und können uns dort kontaktieren.

 

Präambel

Sprache ist ein zentrales Medium des Lernens, des sozialen Handelns und emotionalen Erlebens. Sprache und Bildung ermöglichen Teilhabe an der Gesellschaft. Die zunehmende Komplexität und Flexibilität der beruflichen Anforderungen in einer globalisierten Welt erfordern vielseitige Qualifikationen der Menschen. Formalsprachliche und kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten stellen Schlüsselqualifikationen dar und tragen maßgeblich zu einem erfolgreichen Bildungsverlauf bei.

Sprachliche Bildung, Sprachheilpädagogik und Logopädie erhalten für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen der Kommunikationsfähigkeit eine besondere Bedeutung in der inklusiven Schule und im Unterricht. Ihnen soll durch sonderpädagogische Bildung-, Beratungs- und Unterstützungsangebote die volle Teilhabe an Bildung und Gesellschaft ermöglicht werden. Sprachliche Bildung und Förderung stellen dabei ein wichtiges Untersuchungs- und Arbeitsfeld dar. Durch die Heterogenität und Diversität in den Schulen ist dabei eine intersektionale Perspektive erforderlich. Die Kontexte Sprachbeeinträchtigungen, Mehrsprachigkeit und Migration stellen daher die Schwerpunkte der fossi dar. Die empirische Erfassung und Begleitung pädagogischer Angebote in diesen Feldern sowie die datenbasierte Rekonstruktion der Erfahrungen und Sichtweisen der Beteiligten in der inklusiven Bildung sind Teil einer wissenschaftlichen Begleitung der pädagogischen Professionalisierung an der PH OÖ.

Leitende Koordination:

Externe wissenschaftliche Beratung:

Interne Forschungsberatung:

  • Mag. Dr. Christoph Weber, Koordinations- und Servicestelle für Forschung, PH OÖ

Weitere Kooperationspartner:

Team:

  • Raphael Gerersdorfer
  • Mag. OStR. Regina Gebetsroither, M.Ed.
  • Dr. cand. Mag. Barbara Prazak-Aram
  • stud.paed. Clemens Reisenbichler

Zur Einrichtung

An der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich waren im WS 2013/14 1810 Studierende immatrikuliert. Mit dem WS 2015/16 startet ein vollständig neues Lehramtsstudium für die Primarstufenpädagogik. Dabei besteht die Maßgabe, inklusive Pädagogik als Grundlage aller curricularen Angebote zur berücksichtigen. In den Unterrichtsfächern sollen mindestens 6 ECTS und in den allgemeinen bildungswissenschaftlichen Grundlagen 12 ECTS für die inklusive Pädagogik vorgesehen sein. Ein separat wählbarer Studienschwerpunkt wird obligatorisch an allen österreichischen Pädagogischen Hochschulen mit 60 - 80 ETCS angeboten. In den an der PH OÖ in Vorbereitung befindlichen Masterstudiengängen sind ebenfalls Schwerpunkte für die Inklusive Pädagogik mit kategorialen Spezialisierungsbereichen auch im Bereich "Sprache und Kommunikation" vorgesehen. Der wählbare Studienschwerpunkt "Sprachliche Bildung" enthält ebenfalls sprachheilpädagogische Anteile. Alle Studierenden erhalten damit eine Einblicknahme in die Grundlagen der Sprachheilpädagogik, deren Inhalte in den Schwerpunkten im Bachelor- und Masterstudium ausgebaut und vertieft werden können. Daneben ist die akademische Bildung von sprachheilpädagogisch spezialisierten Lehrkräften mit M.Ed.-Abschlüssen für die inklusive Bildung gewährleistet. Dafür startet im Wintersemester 2018/19 der neue, inklusionsorientierte M.Ed.-Studiengang Primarstufenpädagogik mit dem "Fokus auf Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit".

Die Hochschullehre trägt dabei dem akademischen Anspruch einer tertiären Einrichtung im Sinne der PädagogInnenbildung NEU durch Forschungsbasierung und Projektorientierung Rechnung. Bereits im ersten Semester erhalten die Studierenden die Möglichkeit, eigene Forschungsarbeiten zu verfolgen und sich frühzeitig auf ihre Qualifikationsarbeiten vorzubereiten. Die Forschungsstelle Sonderpädagogik, Sprache und Inklusion initiiert und begleitet dabei themenspezifische solche Arbeiten und bindet sie in weitere, laufende größere Projekte ein.

JÖRG MUSSMANN

Zielsetzung

Die Forschungsstelle strebt die Initiierung, die Koordination, Begleitung und Durchführung von Forschungsarbeiten im Schnittstellenbereich der Inklusiven Pädagogik, Sprachheilpädagogik und Mehrsprachigkeit an. Dafür bemüht sie sich um eine bedarfsorientierte Vernetzung der professionellen Gruppen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem, die sich in Forschung, Lehre und Praxis mit der pädagogischen, sonderpädagogischen und therapeutischen Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Sprachentwicklungsauffälligkeiten, auch im Kontext von Mehrsprachigkeit, befassen.

Im Rahmen der Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems erhalten kollegiale Beratung und Kooperation in multiprofessionellen Teams in der Schule besondere Bedeutung. Diese intrainstitutionellen Vernetzungsstrukturen und die Kooperationen in den interinstitutionellen Transitionskontexten sollen sich in der internen und externen Vernetzung der Forschungsstelle abbilden. Damit soll eine Lücke in dem aktuellen Prozess der inklusiven Schulentwicklung geschlossen werden, die sich aus den unterschiedlichen Verantwortungsbereichen und Auftragslagen der pädagogischen und therapeutischen Berufsgruppen ergibt.  

Im Fokus stehen dabei die empirische Erfassung der Wirkung und Wirksamkeit dezidiert pädagogischer und sonderpädagogischer Angebote sowie die datenbasierte Rekonstruktion der Erfahrungen und Sichtweisen der Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und der professionell Beteiligten mit dem Ziel einer Weiterentwicklung und Optimierung von Methodik, Didaktik, Beratung und Kooperation in der inklusiven Schule.

JÖRG MUSSMANN

Struktur und Ausstattung

Die Forschungsstelle versteht sich als eine Verbindungseinheit zwischen dem „Fachbereich Sprachliche Bildung“ und dem „Zentrum für Sprachliche Vielfalt“ unter Bezugnahme verschiedener externer und interner Kooperationspartner mit dem Ziel spezialisierter Forschungsarbeit zur Entlastung und Bereicherung der Lehre an der PH OÖ. Im Fachbereich Sprachliche Bildung der PH OÖ ist die fossi verankert im Arbeitsbereich "Pädagogik bei Sprachbeeinträchtigungen".

Kooperationspartner

Die fossi arbeitet eng mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften, z.B. der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik, dem Verband Sonderpädagogik (vds) und dem Institut für Interkulturelle Pädagogik der VHS OÖ zusammen. Die fossi wird unterstützt und administriert durch das Institut für Forschung und Beratung zu Sprache, Bildung und Migration (IFB) (ZVR-Zahl: 212574729, I-FOSSI e.V., Vorstand und Geschäftsführung Mag. Agnes Nowak).

Intern kooperiert die fossi mit der Stabsstelle Forschung in der PH OÖ. Die Forschungsaktivitäten der Forschungsstelle werden durch studentische Projekte und Mitarbeit unterstützt. Ausgelobte Themen für Abschlussarbeiten und auch Seminararbeiten im Rahmen von Modulprüfungen und Seminarleistungen werden entsprechend der thematischen Ausrichtung der Forschungsstelle gebündelt. Lehrende, die in der Forschungsstelle mitarbeiten, richten ihre Lehrveranstaltungen nach dem Prinzip forschenden Lehrens und Lernens aus und fördern studentische Projektarbeiten. Im Bedarfsfall können sich diese Lehrenden und die Studierenden durch die Stabsstelle Forschung in der PH OÖ beraten und unterstützen lassen.

Fachbereich „Sprachliche Bildung“: Forschendes Lehren

Dieser Fachbereich vernetzt seinerseits Expert_innen für die Lehre in den verschiedenen Instituten der PH OÖ. Mit dieser institutionen- und fachrichtungsübergreifenden Ausrichtung bietet sich die Möglichkeit, studentische Seminar- und Abschlussarbeiten im Rahmen einer forschungsorientierten Lehrkonzeption in laufende Projekte einzubinden. Durch das Angebot entsprechender Rahmenthemen der Forschungsstelle, die sich den Lehrinhalten der Dozierenden unterordnen, kann eine Entlastung der Studierenden und Lehrenden in der Studienorganisation geschaffen werden.

Zentrum „Sprachliche Vielfalt“: Forschung und wissenschaftliche Dienstleistung

Die Forschungsstelle kooperiert eng mit dem Zentrum „Sprachliche Vielfalt und Transkulturalität“. Dessen Themenspektrum erstreckt sich von der Fremdsprachendidaktik über die Deutschdidaktik, Sprachbildung im Kontext von Mehrsprachigkeit bis zum sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Sprache und sprachheilpädagogischen Fragestellungen. Eine inklusionsorientierte, pädagogische Perspektive ist dabei leitend. Die Aktivitäten dieser Forschungsstelle siedeln sich im letztgenannten Bereich des Spektrums des Zentrums an.

Ressourcen und Ausstattung

Die fossi nutzt grundsätzlich die Infrastruktur des Instituts für Inklusive Pädagogik sowie der Lernwerkstatt, mit der sie eng kooperiert. Zu Forschungs- und Lehrzwecken stehen der fossi verschiedene diagnostische Test- und Überprüfungsmaterialien zur Verfügung, beispielsweise:


WWT 6-10  |  SET 5-10  |  SETK 3-5  |  ELFRA  |  SSV  |  AVAK-Test  |  ESGRAF-R  |  TROG-D   |   AAUS  |  ESGRAF-MK  |  PDSS  |  LiSe-DaZ  |  SISMIK  |  TEPHOBE  |  ERT 0+ bis +4  |  OTZ  |  ZLT–II  |  ZLVT 4-6  |  ELFE 1-6  |  IEL 1  |  PB-LRS  |  WLLP  |  HAMLET 3-4  |  LDL  |  SLRT II  |  FEESS 1-2 + 3-4  |  Screemik  (nähere Informationen zu den Instrumenten: hier klicken).

 

Lehrveranstaltungen, Workshops und Expert*innenberatung

Die regulären Hochschullehre im Profilbereich "Sprache und Kommunikation im Studienschwerpunkt Inklusiver Pädagogik wird inhaltlich durch das Team der fossi abgestimmt und mit aktuellen Projekten und Ergebnissen verbunden. Externe Fachvorträge, Workshops und Expert*innenberatungen werden durch die fossi koordiniert und inhaltlich abgestimmt. So arbeiten Teammitglieder beispielsweise eng mit dem BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesen) zusammen bei der Entwicklung eines bundesweiten Sprachstandsfeststellungsverfahrens. Die fossi ist beteiligt an der Weiterentwicklung eines Online-Beratungsportals der dgs (Sprachheilwiki, s.u.).

Studentische und kollegiale Beratung, Informationen

Neben der Lehre und Forschung bündelt die fossi auch fachliche Informationen für Beratung von Studierenden und KollegInnen. Dabei arbeitet sie mit einschlägigen Fachverbänden zusammen. Weitere Informationen finden Sie hier:

  • Informationen für Angehörige von Menschen mit Sprachbeeinträchtigungen und für Studierende: Sprachheilwiki
  • Fachverband Österreichische Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V.: ÖGS
  • Fachverband Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V.: DGS
  • Fachverband Deutscher Bundesverband Akademischer Sprachtherapeuten e.V.: DBS

JÖRG MUSSMANN

Projekte

Zentrale Forschungsprojekte
Im Rahmen der fossi wird in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache der Universität Paderborn aktuell das Projekt "StuPaDaZ: Studentische Perspektiven auf Deutsch als Zweitsprache" durchgeführt, das mit einem mixed-methods-Ansatz die Entwicklung der Perspektiven auf die Phänome Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit als für die Planung und Gestaltung von Unterricht zu berücksichtigende Variablen bei Lehramtstudierenden im DaZ-Modul der Universität Paderborn untersucht. Ab dem WiSe 2015/2016, d.h. mit Inkrafttreten des neuen Curriculums für das Lehramtsstudium Primarstufe ist eine Ausweitung auf Studierende der PH OÖ vorgesehen. Das Projekt wird als "StuPaSK: Studentische Perspektiven auf Sprach- und Kommunikationsbeeinträchtigungen" ausgeweitet und rekonstruiert die Sichtweisen von Studierenden der Studiengänge für inklusive Pädagogik auf die Phänomenbereiche von Sprachbeeinträchtigungen.

Das Projekt „EuSe-S: Emotionale und soziale Schulerfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Sprachbeeinträchtigungen“ ist eine qualitative Explorationsforschung zur Rekonstruktion der Sichtweisen, Einstellungen und Schulerfahrungen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne spezifischen Sprachentwicklungsauffälligkeiten im inklusiven Unterricht. Ein besonderer Praxisbezug stellt dabei der Einsatz so genannter Mutmach-Bilderbücher dar, die als Stimulus in leitfadengestützten Gruppeninterviews mit Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden. Hier bieten sich Möglichkeiten studentischer Projektarbeiten und partizipative Evaluationsstudien zu schulischen Unterrichtsprojekten in Kooperation mit Lehrkräften im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen an. Erste Daten dazu liegen aus vorangegangenen Projekten an der Universität Hamburg bereits vor.

Das Lehrpraxis-Projekt „UB-S. Unterrichtsbilder Sprache“ nimmt videographisch gestützte Unterrichtsanalysen vor und evaluiert im Rahmen einer vornehmlich deduktiven Kategorienanwendung vorliegende Merkmale sprachentwicklungsförderlicher Unterrichtskonzepte und -methoden. Dabei ist ein inklusionsorientierter Beitrag zur Unterrichtstheorie vorgesehen. Praxisorientierte Disseminationsprodukte wie Lehrvideos und Handreichungen sollen in Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte einfließen.

Im Bereich der Professionsforschung im Kontext der Sprachheilpädagogik wird im Projekt "SHPinDaZ" erhoben, welche Relevanz, Zielsetzung und Funktion subjektiv rekonstruierte, sprachheilpädagogische Professionsprofile in der Praxis der DaZ-Förderung an österreichischen Schulen haben.

Das Projekt "Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler mit Sprachbeeinträchtigungen in Österreich" erarbeitet zusammen mit der Österreichischen Selbsthilfe Initiative Stottern (ÖSIS) Verfahrensgrundsätze zur Planung, Implementierung und Evaluation von nachteilsausgleichenden Adaptionen von Leistungsanforderungen im Kompetenzbereich: "Hören, Sprechen und Miteinander-Reden“ der Bildungsstandards Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Sprachbeeinträchtigungen im zielgleichen Unterricht.


Die fossi arbeitete beratend zusammen mit dem Department Bildungsstandards & Internationale Assessments (BISTA), Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) bei der Entwicklung des Sprachstandserhebungsverfahrens USB plus sowie dem Bundesministerium für Bildung (BMB) und dessen Österreichischen Sprachen-Kompetenzzentrums (ÖSZ) bei der Entwicklung und Planung von Informationshandreichungen und Expert*innen-Tagungen