Workshops 07.09.2017

Fake oder Fakt? Die Wahrheit Pi mal Daumen   

Postfaktisch- das Wort des Jahres 2016 hat die Medien und deren Wahrnehmung aufgemischt.  Es scheinen die Kategorien Wahrheit und Lüge aufgehoben zu sein und die Echokammern des informationsbereitstellenden Netzes tragen das Ihrige dazu bei, dass sich Stimmungen wie Fakten anfühlen. Ist die Wirklichkeit nur ein Gefühl? Mit einem Input von Medienpsychologin Dr. Martina Mara und einer gemeinsamen Diskussion sind die Teilnehmer/innen aufgefordert Informationen zu hinterfragen und bekommen Möglichkeiten angeboten, wie die Wahrheiten „überprüft“ werden können, damit eine fundierte Meinungsbildung stattfinden kann.

Philosophieren, ein Deuten von dem, was in der Welt vor sich geht, ein Reflektieren der Geschehnisse und das Bilden einer Meinung erachten wir als ein wichtiges Bildungsziel. Dazu möchte das Ars Electronica Center beitragen und daher wird Im nächsten Schuljahr ein PhiloLab zu diesem Thema im Schulprogramm angeboten.

Workshopleiterinnen:

Nicole Grüneis ist seit 2009 Mitarbeiterin im Ars Electronica Center. Seit zwei Jahren leitet sie die Abteilung Bildung & Kulturvermittlung. Sie ist verantwortlich für die Konzeptualisierung der Bildungsprogramme. Ihre Position beinhaltet das Generieren von Ausstellungs-Inhalten und deren Narrationen, sowie auch ein Vor- und Aufbereiten dieser Informationen für die programmausführenden KulturvermittlerInnen. Zu ihren Hauptaufgaben gehört auch die strategische Planung und Durchführung der Weiterbildungen für die KulturvermittlerInnen des Ars Electronica Centers. 

Dr. Martina Mara ist Medienpsychologin und leitet den Forschungsbereich RoboPsychology am Ars Electronica Futurelab. Gemeinsam mit internationalen Partnern untersucht sie dabei, wie Roboter in unterschiedlichen Einsatzgebieten aussehen sollen, damit wir Menschen sie nicht als Bedrohung erleben. Daneben ist Martina Mara auch in der sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung tätig und hat an der Universität Koblenz-Landau zur Psychologie menschenähnlicher Maschinen promoviert. 

Sie referiert regelmäßig bei internationalen Kongressen, unterrichtet an mehreren Universitäten und schreibt in ihrer Kolumne „Schöne neue Welt“ (Oberösterreichische Nachrichten) regelmäßig über brisante und amüsante Aspekte des digitalen Lebens. Twitter: @MartinaMara

Grenzenlose Information: Fluch oder Segen der Globalisierung?

„Globalisierung“ wird in erster Linie als Phänomen der Wirtschaft betrachtet. Das weltweite Zusammenwachsen macht sich aber auch in anderen Feldern bemerkbar. Dazu zählt die Globalisierung der Information. Wenige Mausklicks gewähren Zugang zu penibel recherchierten Fakten und Analysen über politische Entwicklungen rund um die Welt – oder gestatten Einblicke in die unreflektierten Gedanken von völlig Fremden. Vielen Menschen ist es unmöglich, zwischen dem einen und dem anderen zu unterscheiden. Information ist ein wertvoller und leicht zugänglicher Rohstoff. Der verantwortungsvolle Umgang damit muss allerdings gelernt werden.

Workshopleiter:
 
Dr. Thomas Spielbüchler ist Senior Lecturer am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der JKU. Neben seinem Forschungsschwerpunkt zum postkolonialen Afrika unterrichtet er auch angehende Geschichtslehrerinnen und –Lehrer im Umgang mit neuen Medien und Arbeitsmethoden.

 

 

 

Wie kritische Medienkompetenz im Zeitalter globaler Desinformation vermitteln?

Dieser Workshop möchte einige Schlaglichter auf das Themenfeld werfen, ansprechen, wie Strategien und Wege gefunden werden können, im Zeitalter der medialen „Überflutung“ Medienkompetenz und Medienmündigkeit zu fördern und jeglichen Verbreitern „alternativer Fakten“ entschieden entgegenzutreten. 

  • Medienkompetenz – was ist das?
  • Bildungsaspekte der Medienmündigkeit

Wenn ein Tweet spekulativen Inhalts Millionen Menschen erreicht und ein seriös recherchierter Zeitungsartikel nur wenige – wie soll damit in der pädagogischen Arbeit umgegangen werden? Welches Verständnis und welche Kompetenz braucht es, um im sogenannten Informationszeitalter mit „alternativen“ Fakten, „Fake News“ und manipulativer Berichterstattung umgehen zu können?
Wie kann die politische Bildung und Bildungsarbeit im Allgemeinen zu demokratisch motivierter Medienmündigkeit führen? Welche Möglichkeiten gibt es, die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche positiv zu nutzen, um junge Menschen zu kritisch reflektiertem Umgang mit neuen und alten Medien hinzuführen?

Workshopleiter:

Mag. Erwin Feierl-Giedenbacher studierte Geschichte an der Universität Salzburg. Gegenwärtig ist er Bildungsreferent in der AK Oberösterreich im Bildungshaus Jägermayrhof. Seine Schwerpunkte liegen in der politischen Erwachsenenbildung und Medienkompetenz. Er ist pädagogischer Koordinator des „Projektstudiums“ an der AK.

 

 

 


Mag. Hans-Christian Gruber, Universität Salzburg, ist Historiker und forscht zu Themenfeldern wie Rechtsextremismus im Internet und Medieneinsatz in der Bildung. Langjährige Tätigkeit als Journalist und Universitätslektor. AV-Studioleiter an der Universität Salzburg.

 

NERVE - eine innovative Webplattform für den Unterricht

„Bildung 4.0“ ist im Bildungssektor bereits ein Begriff. Es geht dabei darum, Schüler so früh wie möglich mit moderner Technologie in Berührung zu bringen. Doch es fehlen die richtigen Tools, um in diesem Bereich etwas voranzubringen. So ist die Digitalisierung im Schulwesen seit Jahrzehnten nicht wesentlich fortgeschritten.
Die Projektgruppe NERVE hat sich genau dieser Problemstellung angenommen. Dank seines Know-how sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich entwickelt das Team eine Digitalisierungslösung für Bildungseinrichtungen. Diese ermöglicht es Schülerinnen und Schülern bzw. Studentinnen und Studenten, Unterrichtseinheiten oder Vorlesungen auf einer Webplattform zu wiederholen. Egal ob man sich den Unterricht noch einmal ansehen will, weil man während der Stunde nicht mitgekommen ist, weil man krank war oder ein wichtiger Test bevorsteht:
Mit NERVE wird ein optimales Lernerlebnis geboten und somit der Lerneffekt merkbar angehoben. Der Unterricht wird mittels eigens konzipierter Hard- und Software aufgezeichnet und an einen zentralen Server übermittelt. Unterrichtsstunden werden auf der Webplattform übersichtlich strukturiert dargestellt und können von den jeweiligen Lehrenden mit Lernmaterialien angereichert werden. Außerdem steht der Schuladministration eine übersichtliche Oberfläche zur Verfügung, mit der NERVE konkret für den Zeitablauf der jeweiligen Schule konfiguriert werden kann.

Workshopleiter:

Clemens Großberger, Thomas Übellacker
Im Rahmen des Hackathons „Jugend hackt“ in Linz lernten sich Clemens Großberger (geb. 2000), Schüler der IT-HTL Ybbs, und Thomas Übellacker (geb. 2000), Schüler der HAK Waidhofen a. d. Ybbs, kennen. Sie entdeckten schnell das Potenzial hinter ihrer Idee und entwickeln diesen Service seitdem in ihrer Freizeit.

 

Pizza Globale' - Bildung für nachhaltige Entwicklung konkret

Parallel zur kognitiven Auseinandersetzung mit der „Pizza Globale“ (der industriellen Fertigpizza), an deren Zutaten man die Globalisierung der Ernährung - samt all ihren Problemen - in beliebiger Tiefe durchdeklinieren kann, werden wir als Kontrast gemeinsam die „Pizza Lokale“ mit regionalen und saisonalen Bio-Zutaten zubereiten und genießen.

Der Workshop zielt zum einen auf Bewusstseinsbildung, insbesondere im Hinblick auf die Einsicht, dass wir alle als Konsumentinnen und Konsumenten in die Produktionsketten unserer Nahrungsmittel eingebunden sind und deshalb auch unseren Anteil an Verantwortung dafür tragen, wie "nachhaltig" (ökologisch, fair …) unser Konsumverhalten ist. Denn auch in dieser Hinsicht gilt in einer Welt der wirtschaftlichen und ökologischen Globalisierung: „Die Welt ist meine Welt!“

Workshopleiter:

Prof. Dr. Thomas Mohrs ist habilitierter Philosoph und Professor an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, Arbeitsschwerpunkte sind (angewandte) „Ethik“, „Politische Bildung“ und „Globales Lernen“. Zudem ist er ÖKOLOG-Beauftragter der Hochschule, Leiter des Zentrums für Persönlichkeitsbildung und Begabungsförderung und Koordinator des „Philosophikums".

Workshops 08.09.2017

Politische Bildung 2.0

Dieser Workshop beleuchtet, wie Kinder und Jugendliche das Internet nutzen und wie sich die globalisierte Medienwelt auf das sozial-gesellschaftliche Handeln ihrer Nutzer/innen auswirkt.

Welche Herausforderungen und Möglichkeiten bietet die heutige Medienrealität für die Politische Bildung?
Das Internet ist für viele Kinder und Jugendliche ein wichtiger Raum, um zu kommunizieren, sich auszutauschen, sich zu informieren und Inhalte zu teilen. Diese Vernetzung ist eine neue Form der Selbstorganisation, die das Informations- und Kommunikationsverhalten ihrer Nutzer/innen beeinflusst und damit auch die realen Gesellschaftsstrukturen verändert, in denen sie sich bewegen.
Es liegt an der Politischen Bildung, auch die digitale Lebensrealität anzusprechen, um mit den richtigen Themen, Inhalten und Methoden Antworten auf wichtige gesellschaftsbezogene Fragen zu finden.



Workshopleiter:

Dr. Jakob Feyerer ist Politikwissenschaftler und Politischer Bildner. Mit den Arbeitsschwerpunkten Politische Bildung und Sachunterricht ist er als Professor an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich sowie als Vortragender im Rahmen des Masterstudiengangs Politische Bildung an der JKU tätig.

 

Guerilla Knowledge Unit: The Ethics of Access, the Ethics of AI (in English)

Whilst the opportunities to use artificial intelligence (AI) to advance the human experience are within reach, these developments also raise a number of ethical issues around ‘algorithmic diversity’ to which we must attend. Algorithmic diversity promotes unbiased systems and is informed by diverse perspectives. To overlook algorithmic diversity in the development of artificial intelligence, impedes the ability to produce systems that have the capacity to be respective and responsive to differences; to ‘the other I’. 

As we pursue algorithmic diversity, and program AI accordingly, what do these systems reveal about our own pedagogical practices (how we learn, how we teach others), and the bugs (or biases) that may exist in our own programming? Using the Festival as a site for pedagogical inquiry, this workshop asks educators to consider ‘the other I’ by momentarily foregrounding a (visual, aural, verbal, physical) perspective different from their own, and to reflect on these experiences using the Bienenstock app. In so doing, workshop participants will consider alternative participations, the ethics of access, inclusivity and perspectives, and how these considerations might influence their practice, and diversity, as educators. 

Facilitators:

Jacina Leong is a creative educator, producer and artist researcher. For nine years, she has worked in art/science/digital learning environments to vision and develop a broad range of public and education programs, working closely with practitioners from diverse disciplines to produce experiences that incite curiosity, exploration, and critical thinking.

 

 

 

Dr Linda Knight is a Senior Lecturer, Early Childhood and Inclusive Education, Faculty of Education, QUT. Her research is concerned with pedagogic sites, and radical pedagogies in early childhood. She is informed by post-structural philosophies and theories, with a particular focus on the writings of Deleuze and Guattari. Linda is interested in the ways that post-qualitative inquiries, and art research methodologies help position art as a critical and pedagogic act. Website - staff.qut.edu.au/staff/knightlm/

 

 

Jess Martin is a fourth-year Early Childhood pre-service teacher, in the Faculty of Education, QUT, with six years’ experience working in child care centres in the Brisbane region. She is passionate about inspiring lifelong learning in young children through play-based pedagogies.

 

 


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