Ringvorlesung: Bildung und gesellschaftlicher Wandel

Im Zuge des gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandels, der durch Individualisierung und Pluralisierung, Globalisierung und Digitalisierung, Migration, gesellschaftliche Heterogenität und wachsende soziale Ungleichheit gekennzeichnet ist, kann die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft zunehmend als eine Herausforderung für das gesamte Bildungswesen betrachtet werden. Die Ringvorlesung ‚Bildung und gesellschaftlicher Wandel‘ bietet exemplarische Einblicke in aktuelle bildungstheoretische Diskurse, empirische Befunde sowie bildungspraktische Konzepte und Maßnahmen zum Thema an.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Kolleginnen und Kollegen aus Forschung und Lehre, Pädagoginnen und Pädagogen, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie alle weiteren Interessierten. Ziel ist es, zum Austausch, zur Diskussion und zur kritischen Reflexion anzuregen.

09.03.2017 Sprachbewusster Fachunterricht - normative Orientierung und reflexive Realisierung

Es kann angenommen werden, dass ein Unterricht, welcher den Ausbau sprachlicher Kompetenzen gezielt unterstützt, auch optimale Bedingungen für das fachliche Lernen schafft. Dass sprachliche Bildung mehr ist als eine sprachdidaktische Frage und damit grundsätzliche Fragen der normativen Orientierung von Unterricht aufgeworfen werden, stellt eine besondere Herausforderung für die Professionalisierung von Lehrkräften dar. Im Vortrag werden Möglichkeiten reflexiver Sprachbildung diskutiert.

Vortragende: Tanja Tajmel (Humboldt Universität Berlin)
Datum/Ort: 09.03.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA146

16.03.2017 Zivilgesellschaftliche Bildung – Aktuelle Herausforderungen für die Schulentwicklung in internationaler Perspektive

Vor dem Hintergrund weitreichender gesellschaftlicher Transformationsprozesse wird seit einigen Jahren in vielen europäischen Ländern die Forderung nach zivilgesellschaftlicher Bildung immer lauter. Damit verbunden ist eine Implementierung neuer Lernformate, die fachliches Lernen mit zivilgesellschaftlichem Engagement verbinden. Der Beitrag diskutiert die daraus resultierenden Herausforderungen für die Schulentwicklung in internationaler Perspektive am Beispiel von Deutschland und Österreich.

Vortragende: Claudia Fahrenwald (Pädagogische Hochschule Oberösterreich)
Datum/Ort: 16.03.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA147

23.03.2017 Herausforderungen der Politischen Bildung im 21. Jahrhundert

Der Vortrag fragt nach den Herausforderungen und Rahmenbedingungen unter denen im 21. Jahrhundert „Politische Bildung“ an Schulen gelehrt wird. Dazu wird nicht nur nach fachspezifischen Vermittlungsstrategien gefragt, sondern auch nach gesellschaftlichen Momenten, die auf den Unterricht einwirken. In diesem Sinn werden politikdidaktische Entwicklungslinien skizziert, die vor allem die Schüler*innen als Lernende fokussieren.    


Vortragender: Christoph Kühberger (Pädagogische Hochschule Salzburg)
Datum/Ort: 23.03.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA148

06.04.2017 Friedenskompetenz durch Friedensbildung? Aktuelle Dilemmata der Friedenspädagogik angesichts weltweiter Gewaltdynamiken

Weltweit ist die Bedeutung der Friedenspädagogik signifikant gestiegen. Friedenspädagogischen Maßnahmen wird zunehmend eine zentrale Rolle bei der Prävention und Transformation von gewaltvollen Konflikten zugeschrieben. Doch läuft die friedenspädagogische Praxis Gefahr, einige zentrale Dilemmata, Begrenzungen und Defizite nicht hinreichend zu berücksichtigen. Hier bietet es sich an, aus ausgewählten theoretischen Perspektiven die friedenspädagogische Praxis zu reflektieren und Anregungen für die Weiterentwicklung des friedenspädagogischen Diskursfeldes zu skizzieren.

Vortragender: Norbert Frieters-Reermann (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen)
Datum/Ort: 06.04.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA149

20.04.2017 Digitale Medienkompetenz – Möglichkeiten ihrer Grundlegung in der Lehrerbildung

Jede Lehrkraft sollte in unserer von digitalen Medien geprägten Zeit über digitale Medienkompetenz verfügen. Aktuelle empirische Untersuchungen zeigen jedoch bei einem nicht geringen Teil von Lehrkräften wenig Wissen und in diesem Kontext und auch Ängste bis hin zu Ablehnung. Hier ist die Lehrerbildung gefordert. Zwei Aspekte sollten dabei im Zentrum stehen: Die kritische Analyse von digitalen Bildungsmedien sowie das Vertrautmachen mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.


Vortragende: Eva Matthes (Universität Augsburg)
Datum/Ort: 20.04.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA150

27.04.2017 Brauchen Jungen Männer? Zum Verhältnis von Bildung und Geschlecht

In Untersuchungen zu Schulleistungen fallen die Leistungen von Jungen tendenziell schlechter aus als die von Mädchen. Erklärungen dafür lauten, Jungen würden im Schulsystem nicht die richtige Förderung und zu wenig männliche Bezugspersonen erleben. Der Vortrag setzt bei solchen Annahmen an. Diskutiert werden geschlechtertheoretisch differenzierte Ansätze zu Sozialisation und Bildung, die einer Pädagogik der Unterschiede widersprechen.

Vortragende: Mechthild Bereswill (Universität Kassel)
Datum/Ort: 27.04.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1
LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA151

11.05.2017 Testen und Prüfen und Lehrer/innenbildung

Welche Aspekte des Testens und Prüfens sind für den Arbeitsbereich der LehrerInnenbildung relevant? Wie können sich Lehrende in den neuesten Trends der Standards, Qualitätssicherung und Rechenschaftslegung durch Überprüfung positionieren? Zur Annäherung an diese Fragestellungen werden die Erfahrungen aus der Fremdsprachendidaktik ausgewertet, die Entwicklungen in diesem Bereich (Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen, Standardisierung von Tests, Bestrebungen zur Beschreibung und Skalierung von Lehrkompetenzen) zusammengefasst und mit aktuellen Entwicklungen im schulischen Bereich (Vergleichstests, Bildungsstandards) in Beziehung gesetzt. 

Vortragende: Silvia Demmig (Pädagogische Hochschule Oberösterreich)
Datum/Ort: 11.05.2017, 17.30 - 19.00 Uhr, Hörsaal 1

LV-Nummer PH Online: 26F7ÜSA152

 

Lehrpersonen, die die Vorträge als Fortbildung besuchen möchten, können sich über die genannten LV-Nummern anmelden und bei Fragen an Frau Margit Wimmer (margit.wimmer@ph-ooe.at) wenden.

Verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung:
Prof Dr. Marion Döll & Prof. Dr. Claudia Fahrenwald