Hund, Katze oder Maus? Von der Beziehung der Kinder zu ihren Haustieren…

04.08.2017 / News, News Intern

Unter der Leitung der PH OÖ-Hochschulprofessorin Dr. Katharina Hirschenhauser erforschten Studierende der PH OÖ die altersbedingten Veränderungen der Kind-Tier-Beziehungsmuster. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Qualität der´Beziehung eines Kindes zum Tier vom Kindesalter und der Tierart abhängig ist. Kinder profitieren enorm, wenn sie mit Haustieren aufwachsen, haben dazu aber leider nicht immer die Gelegenheit. Schule kann hier ausgleichend wirken und Biophilie - die intuitive Affinität von Menschen zu Natur und Tieren - für erfolgreiches Lernen nutzen. 
„Der Einsatz von Tieren im Unterricht ermöglicht affektive Erfahrungen im Schulalltag, fördert die sozio‐emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern und unterstützt die Ziele inklusiver Ansätze im Fachunterricht. Aktuelle Studienergebnisse zur Auswirkung auf exekutive Funktionen, zeigen, dass Haustiere Kinder beim Ausdruck von Wut, Impulskontrolle und logischem Denken positiv beeinflussen“, so Katharina Hirschenhauser.
In westlichen Ländern erfreuen sich vor allem Hunde im Schuleinsatz zunehmender Beliebtheit. Dies erfordert allerdings intensive Vorbereitung und eine spezielle Ausbildung der Lehrperson und des Hundes. Studierende der PH OÖ untersuchten nun, ob ähnliche Wirkungen auf die frühe sozio-emotionale Entwicklung, Impulskontrolle, Stressbelastung und Lernfähigkeit auch mit Tieren zu erzielen wären, die kurzlebiger und einfacher in der Tierhaltung als Hunde sind, wie etwa Hamster oder Goldfisch. 

Mittels Fragebögen (FERT) wurden 156 Kinder in Linzer Volksschulen und Neuen Mittelschulen über die Beziehung zu ihrem Haustier befragt. Die beobachteten Beziehungsmuster zeigen Veränderungen der Mensch-Tier-Beziehungen mit zunehmendem Alter der Kinder. Intensive Mensch‐Tier‐Beziehungen waren bei 6‐10-Jährigen vor allem mit Hund und Katze messbar, während die 11‐14-Jährigen gleichwertige Beziehungen auch zu Hamster und Leguan aufbauten.
Bei den Jugendlichen hatten Einzelkinder, insbesondere die Mädchen, engere Beziehungen zu ihren Tieren als Kinder mit Geschwistern. Kinder bis zum zehnten Lebensjahr erleben Tiere vor allem dann als Beziehungspartner, wenn diese ähnlich in Ausdruck und Verhalten sind.  Ältere Kinder / Jugendliche haben eine veränderte Wahrnehmung von Tieren (u. a. als Beziehungspartner) und können gleichermaßen auch vom Aufwachsen mit anderen Tierarten profitieren.
„Hunde sind also optimal für tiergestützte Interventionen mit Kindern im Volksschulbereich, während für Jugendliche der Sekundarstufe durchaus auch der Einsatz anderer Tierarten wirksam ist“, erklärt Katharina Hirschenhauser.
Der wissenschaftliche Beitrag dazu wurde nun im renommierten ANTHROZOOS Journal veröffentlicht: www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/08927936.2017.1357882

Die PH OÖ arbeitet aktuell an weiteren Studien zu diesem Thema. 

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