ÖFEB Kongress 2019

Seit der Jahrtausendwende nimmt der Begriff der Evidenzorientierung eine prominente Rolle im Bildungsbereich ein. Entwicklungsentscheidungen sollen auf Basis verfügbarer Informationen gefällt werden. Die besten verfügbaren Informationen und Rückmeldungen über die Auswirkungen von Konzepten nutzen ‑ das ist auf dem Papier ein relativ einfaches und plausibles Modell, seine Umsetzung in der Praxis ist offenbar schwieriger. Im Fokus des Kongresses stehen folgende Fragen:

  • Haben wir genügend bzw. die richtigen „Evidenzen“, um Bildungsprozesse sinnvoll zu steuern?
  • Welche Informationen/Daten werden von wem wie und warum genutzt, welche nicht und warum nicht?
  • Was sagen vorliegende Informationen/Daten über gelingende Bildungsprozesse?
  • Erhöhen vermehrte Testungen die pädagogische Qualität?

Call for Papers

Call for Papers ÖFEB-Kongress 2019

Seit der Jahrtausendwende nimmt der Begriff der Evidenzorientierung eine prominente Rolle im Bildungsbereich ein. Gemeint ist damit, Entwicklungsentscheidungen auf Basis verfügbarer Informationen zu fällen und ihre Umsetzung zu evaluieren. Diese ‚neue Steuerungsstrategie‘ strebt eine Rationalisierung der Entscheidungsfindung auf allen Ebenen des Bildungswesens an: Die Gestaltung von Bildungsprozessen soll ebenso wie bildungspolitische Reformen nicht nach ‚bloßem Meinen und Wollen‘, nicht nach pädagogischen und politischen Vorlieben und Neigungen, sondern auf der Basis der ‚besten verfügbaren Evidenzen‘ getroffen werden.

Eine Voraussetzung, damit diese Rationalisierung greifen kann, ist die Klärung einiger strategischer Fragen:

  • Was sind die ‚besten‘ verfügbaren Informationen?
  • Was soll gemessen werden, um entwicklungsrelevante Informationen zu erlangen, was nicht?
  • Welche Informationen sollen berücksichtigt werden, welche nicht?

Evaluation und Feedback sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden Grundelement auf allen Ebenen der Bildung geworden. Den AkteurInnen im Bildungssystem steht seither eine noch nie dagewesene Vielzahl an Daten auf unterschiedlichsten Aggregierungsebenen zur Verfügung, bspw. aus (inter)nationalen Bildungsmonitorings, Talentechecks, digi.chek, programmspezifischen Evaluationen und Monitorings, europäischen Surveys …. Auch die Bildungsforschung sucht und findet Erkenntnisse, behauptet in manchen Fällen, nutzbares ’Steuerungswissen‘ für Entscheidungen anzubieten, und ist insgesamt Nutznießer dieser Entwicklung. 

Nutzungsmöglichkeiten für die verfügbaren ‚Evidenzen‘ gibt es auf verschiedenen Ebenen. Forschungsergebnisse können z. B Aufschluss über die Strukturmerkmale der Bildung bieten und sich an diejenigen wenden, die Rahmenbedingungen für Bildungsprozesse gestalten: die Bildungspolitik und die Bildungsadministration. Bildungsforschung beschäftigt sich weiters mit der didaktischen und organisatorischen Gestaltung von Bildungsprozessen; ihre Ergebnisse richten sich an die Professionals, die PraktikerInnen an Bildungseinrichtungen. Im Zusammenhang mit verschiedenen Qualitätssicherungssystemen sowie dem Anspruch nach evidenzinformierter Maßnahmenentwicklung werden PraktikerInnen aufgefordert, selbst erhobene Daten oder Ergebnisrückmeldungen zur Steuerung der weiteren Entwicklung von pädagogischen Maßnahmen und der Organisation zu nutzen. 

Die besten verfügbaren Informationen und Rückmeldungen über die Auswirkungen von pädagogischen Konzepten nutzen   das ist auf dem Papier ein relativ einfaches und plausibles Modell, seine Umsetzung in der pädagogischen Praxis ist offenbar schwieriger. Rückmeldungen über Ergebnisse führen in geringerem Ausmaß als erwartet zu Verbesserungen in der pädagogischen Praxis. Der Schluss, dass Feedback nicht unter allen Umständen nützlich ist, liegt nahe. Im Fokus des Kongresses stehen deshalb folgende Fragen:

  • Haben wir genügend bzw. die richtigen „Evidenzen“, um Bildungsprozesse sinnvoll zu steuern?
  • Welche Informationen/Daten werden von wem wie und warum genutzt, welche nicht und warum nicht?
  • Was sagen vorliegende Informationen/Daten über gelingende Bildungsprozesse?
  • Erhöhen vermehrte Testungen pädagogische Qualität?

Wir freuen uns bis 31.01.2019 auf Ihre Beitragseinreichungen für folgende Formate (pro Person bitte nur eine Einreichung, eine Co-Autorenschaft bei weiteren Formaten ist möglich):

Wenn Sie selber einen Themenbereich aus verschiedenen Perspektiven präsentieren, diskutieren und moderieren wollen können Sie dazu ein Symposium einreichen. Für die Einreichung eines Symposiums benötigen Sie 2 - 4 aufeinander abgestimmten Beiträge und eine/n Diskutantin/en, die/der vor der offenen Diskussion die Beiträge kommentiert. (Dauer: 120 Minuten)
Für die Panelschiene sind Einzelbeiträge vorgesehen, denen bereits ausgewertete Ergebnisse zugrunde liegen. Diese können auch von mehreren Personen vorgestellt werden, und vom Organisationsteam thematischen Blöcken zugeordnet werden. (Dauer: 30 min)
Forschungswerkstätten bieten nationalen und internationalen Forschungsprojekten- und verbünden die Möglichkeit des intensiven fachlichen und methodischen Austauschs. (Dauer: 120 min)
Posters dienen der Vorstellung von Forschungsarbeiten,- projekten und -vorhaben in grafisch zugänglicher und ästhetisch attraktiver Weise. insbesondere noch nicht publizierte Arbeiten sind hierbei von Interesse. Die Posters werden in moderierten Postersessions thematisch gebündelt präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Hier können Sie Beiträge zum Tagungsthema einreichen, die in keines der bisherigen Formate passen. In der Gestaltung sind Sie frei, für die Moderation sind Sie als Einreicher/in selbst verantwortlich. (Dauer: max. 2 Stunden)
Ende des Call for Papers: 31.01.2019
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Call for Abstracts Pre Conference für Nachwuchswissenschafter/innen

Alle Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich der Bildungsforschung sind herzlich zur Preconference der Emerging Researcher der ÖFEB eingeladen. Die Preconference findet am 17.09.2019 an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich (Linz) im Vorfeld der ÖFEB-Haupttagung statt.
Die Preconference lädt Jungwissenschafter/innen dazu ein, eigene Forschungsarbeiten vorzustellen. Sie bietet außerdem eine Austauschplattform für laufende Forschungsarbeiten und ermöglicht das Kennenlernen neuer Kolleginnen und Kollegen der Bildungsforschung durch formelle und informelle Austauschformate.  
Diejenigen, die Einblicke in ihre Forschungsarbeiten geben möchten, können erste Projektideen, Überlegungen zur Entwicklung einer Forschungsfrage, zur theoretischen Grundlage, zum methodischen Design oder zu ermittelten Befunden vorbringen. Auch die gemeinsame Analyse empirischer Daten oder die Diskussion von Auswertungsstrategien können Gegenstand der Preconference sein. In thematischer Hinsicht sind alle Präsentationen willkommen, die im Bereich der Bildungsforschung angesiedelt sind. Präsentationen der Preconference sind dabei nicht an den thematischen Schwerpunkt der ÖFEB-Haupttagung gebunden.
Der Austausch über die eigene Forschungsarbeit und die damit verbundenen Herausforderungen findet in Arbeitsgruppen „peer to peer“ statt, wobei für jeden Beitrag ein inhaltlicher Experte/eine Expertin den Austausch leitet. Die Vortagenden haben 20-30 Minuten Zeit ihre thematischen Schwerpunkte zu präsentieren. Anschließend folgt eine einstündige Diskussions- und Arbeitsrunde über die offenen Fragestellungen und Herausforderungen um die offenen Fragen der Vortragenden zu bearbeiten, die Forschungsarbeit weiter zu entwickeln und voranzutreiben. Auf diese Weise möchte die Preconference zu einem Ort des regelmäßigen Austauschs und der (inter-)disziplinären Vernetzung des forschenden Nachwuchses entwickeln. 

Call for Abstracts 

Diejenigen, die Einblicke in ihre Forschungsarbeiten geben möchten, reichen bitte ein kurzes Abstract (max. 500 Wörter) über den geplanten Beitrag bis zum 31.01.2019 ein. Es können deutsch-, sowie englischsprachige Beiträge eingereicht werden.
Je nach Arbeitsstand sollte das Abstract Angaben zur Forschungsfrage, zum methodischen Design und zum Auswertungsprozess enthalten. In jedem Fall muss abschließend dargestellt werden, welche individuellen Fragen und/oder Herausforderungen der Vortragende/die Vortragende in den Arbeitsgruppen diskutieren möchte. 

Nachfragen zum Call for Abstracts und zum Grundkonzept der Preconference beantworten gerne:

Programmkomitee

  • Koordination: Katharina Soukup-Altrichter (PH OÖ)
  • PH OÖ: Ewald Feyerer, David Kemethofer
  • PHDL: Johannes Reitinger
  • JKU: Herbert Altrichter
  • ABPU: Konstanze Wimmer
  • KTU: Ines Weber
  • KU: Wolfgang Schreibelmayr
  • ÖFEB: Stefan Brauckmann 
  • Emerging Researchers: Ann-Kathrin Dittrich

ÖFEB Kongress 2019

17.09.2019 - 20.09.2019
Pädagogische Hochschule OÖ
Kaplanhofstraße 40
A-4020 Linz

Ansprechpartnerin:
Judith Ascher
E-Mail: oefeb2019@ph-ooe.at

Call for Papers

01.10.2019 - 31.01.2019

Kongressanmeldung

01.01.2019 - 20.06.2019

In Kooperation mit: