Tage der Persönlichkeitsbildung

Tagungsbeschreibung

Kann „Ernährung“ ein angemessenes Thema für „Tage der Persönlichkeitsbildung“ sein? Was hat denn bitte unsere Ernährung, was hat Essen mit Persönlichkeitsbildung zu tun? Diese skeptischen Fragen scheinen auf den ersten Blick womöglich naheliegend. Denkt man aber nur kurz über den möglichen Zusammenhang nach, ergibt sich schnell ein anderes, faszinierendes Bild, in dem deutlich wird, dass „Ernährung“ ein überaus komplexes Thema mit vielfältigen Weltbezügen und damit auch sehr konkreter, alltagspraktischer Relevanz für die Persönlichkeitsbildung ist.

Denn die eng miteinander verflochtenen Dimensionen dieses konkret-alltäglichen, nur scheinbar „banalen“ Themas reichen von Aspekten der individuellen Gesundheit und des Genusses, der individuellen, sozialen und kulturellen Identität, Fragen der Verantwortung gegenüber unseren Kindern, der regionalen und überregionalen Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität, der Ernährungsinfrastruktur samt Regional- und Stadtentwicklung bis hin zu Problemstellungen eines auf Dauer finanzierbaren staatlichen Gesundheitswesens und schließlich nicht zuletzt auch zu übergeordneten Fragen wie Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung, Hunger, globale Verantwortung und Solidarität.

Es ist daher sicher nicht übertrieben,„Ernährung“ als eines der Mega-Themen des 21. Jahrhunderts zu betrachten. Und bereits deswegen ist es auch ein wesentliches Thema der Bildung, nicht zuletzt ein Thema für die Bildung für Nachhaltige Entwicklung und das Globale Lernen. Gerade in diesen Kontexten hat „Ernährung“ etwas mit Bewusstsein zu tun, mit reflektierter, ethisch verantwortlicher Lebensführung – und damit selbstverständlich auch sehr unmittelbar mit „Persönlichkeit“ und „Persönlichkeitsbildung“.

Noch konkreter wird der Zusammenhang zwischen Ernährung und Persönlichkeit/Persönlichkeitsbildung jedoch, wenn man Feuerbachs „Der Mensch ist, was er ißt“-These in Bezug zu aktuellen Forschungen im Bereich der Neurowissenschaften und der Neurogastroenterologie stellt, und zwar gerade im Hinblick auf Schule und Bildungssystem: Unser Gehirn ist das empfindlichste Organ in unserem Körper, was die Nahrungsmittelzusammensetzung betrifft, die wir ihm zuführen. Und was im Darm – dem „Bauchhirn“ –geschieht, hat nachweislich direkte Einflüsse auf die Prozesse in unseren Köpfen, was in der Forschung als die „Darm-Hirn-Achse“ beschrieben wird.

Auf die Schule bezogen heißt das: Die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die Lernfitness der Kinder hängt wesentlich von der Qualität des „Treibstoffs“ ab, den sie sich zuführen und es ist demgemäß alles andere als egal, was die Kinder sich einverleiben, wie sie sich ernähren– „Lernen geht durch den Magen“ (Miriam Herzing). Dementsprechend wird auch im ministerialen Grundsatzerlass „Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung“ der Zusammenhang zwischen Ernährung und „Gesundheit, Umwelt und nachhaltiger Entwicklung“betont. Schließlich: Praktische Kompetenzen im Kontext der Ernährung – also vor allem Lebensmittelkunde und Kochen – sind nicht bloß „Stoff“, der gelernt und wieder vergessen wird, sondern echte Lebenskompetenzen.

Und Lebenskompetenzen stehen selbstredend in engem Zusammenhang mit Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung.Was auf den ersten Blick also als etwas abwegig erscheinen mag – der Zusammenhang zwischen „Ernährung“ und „Persönlichkeitsbildung“ –, erweist sich bei näherer Betrachtung als eine denkbar natürliche, fundamentale und in vielerlei Hinsicht wichtige Verbindung, der auch in pädagogischen Kontexten die Aufmerksamkeit zuteil werden sollte, die ihrer faktischen Bedeutung entspricht.

Die „Tage der Persönlichkeitsbildung“ 2018 setzen sich zum Ziel, diesem Desiderat nach Möglichkeit gerecht zu werden, indem den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nebenzwei Impulsreferaten zu grundlegenden Aspekten des Tagungsthemas eine bunte Füllean Workshops angeboten wird, in denen an konkreten Beispielen aufgezeigt wird, dassund wieso Bildung durch den Magen geht.

LV-Nummer in PH-Online: 73F8B0B60B

Beschreibung zum Download

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Wir bitten um Verständnis, dass keine Anmeldungen mehr möglich sind.

     

Programm

Freitag, 06. April 2018
13:00 - 14:00Ankommen | Check-In
vor dem Seminarraum Sauwald
14:00 - 14:30 Eröffnung (PH OÖ-Rektorat, Brigitte Schröder/ÖZEPS)
Einstieg ins Thema: Themenschwerpunkt
Organisatorisches, Ablauf
Seminarraum Sauwald
14:30 - 15:30 Impulsvortrag: "Der Mensch ist, was er ißt."* - Zur sozialen Bedeutung
des Essens (*Ludwig Feuerbach) 
(Prof. Dr. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda) 
Seminarraum Sauwald
15:30 - 16:00       Pause
16:00 - 17:30 Workshops:
1. Ernährung lernen (Susanne Reder, Rüdiger Niemz)
2.   "Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen
       eure Nahrungsmittel sein"(Margit Brauneder)
3.    Ernährungsbild in der Schule oder was hat Tischkultur 
       mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun?
       (Prof. Mag. Katharina Salzmann-Schojer, Hochschule für Agrar- und
       Umweltpädagogik)
4.    feld-Verein macht Schule oder ungenutzte Ressourcen versüßen
       den Unterricht (Luzia Dieringer, Claudia Sacher, feld-Verein)
5.    BIO Lebensmittel. Ernährung und Verantwortung
6.    Du bist, was du isst - Faszination Ernährungsbiografien (Rim Abu Zhara)
17: 30 - 18:00Feedback zum bisherigen Verlauf 
Seminarraum Sauwald
                                 Abendessen
20:00 - 21:30Abendprogramm: Bäuerinnenkabarett "Die Miststücke"
Seminarraum Donau
Samstag, 07. April 2018
09:00 - 09:30Beginn / Reflexion / Aktivierung (Team)
Seminarraum Sauwald
09:30 - 10:30 Impulsvortrag: "Politische Bildung geht durch den Magen" (Maria Vogt)
10:30 - 11:00Pause
11:00 - 12:30Workshops: 
1.   Ernährungsbildung in der Schule oder was hat Tischkultur mit
      Persönlichkeitsentwicklung zu tun?
      (Katharina Salzmann-Schojer, Hochschule für Agrar- und 
      Umweltpädagogik)
2.   feld-Verein macht Schule oder ungenutzte Ressourcen versüßen
      den Unterricht (Luzia Dieringer, feld-Verein)
3.   Kultursuppe (Fredl Pointner, Erwin Dorn, Ingrid Rathner)
4.   Globales Lernen und Ernährung (Maria Egger, Südwind)
5.   So schmeckts mir und dem Klima gut
      (Franziska Radinger, Klimabündnis)
6.   Es wird Zeit für Genuss ( Philipp Braun, Slow Food)
12:30 - 14:00Mittagspause
14:00 - 15:305 Workshops parallel
1.   Mündig essen (Dominik Dax, Bio Austria)
2.   Ernährungsbiografien (Rim Abu Zhara)
3.   Globales Lernen und Ernährung (Südwind, Maria Egger)
4.   So schmeckts mir und dem Klima gut
      (Franziska Radinger, Klimabündnis)
5.   Es wird Zeit für Genuss (Philipp Braun, Slow Food)
15:30 - 16:00Abschluss
Gemeinsame Aktion im Plenum
Programm zum Downloaden

Unterkunft & Kosten

Im Seminarhotel Wesenufer (4085 Wesenufer 1, www.hotel-wesenufer.at) sind Zimmer vorreserviert.

Die Bekanntgabe des persönlichen Zimmerwunsches muss durch die Teilnehmer/innen selbst und rechtzeitig erfolgen. Ebenso müssen etwaige, anfallende Unkostenbeiträge von den Teilnehmer/innen selbst vor Ort bezahlt werden.

Pauschale im DZ:       95,00 €
Pauschale im EZ: 110,00 €
Pauschale ohne Nächtigung: 40,50 €        

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Seminarleitung:
Dr. Thomas Mohrs (thomas.mohrs@ph-ooe.at) oder Mag. Ingrid Rathner (ingrid.rathner@ph-ooe.at)

Tage der Persönlichkeitsbildung 2018

06.04. - 07.04.2018
Seminarhotel Wesenufer
LV-Nummer: 73F8B0B60B

Kontakt

Marianne Dumfart (Administration):
Mail: marianne.dumfart@ph-ooe.at
Dr. Thomas Mohrs (inhaltliche Fragen):
Mail: thomas.mohrs@ph-ooe.at