Bildungspsychologie

Die Definition der Bildungspsychologie

Bildungspsychologie beschäftigt sich mit Bildungsprozessen über die gesamte Bildungskarriere eines Individuums und setzt damit einen starken Fokus auf lebenslanges Lernen.
Das Konzept der Bildungspsychologie fußt auf einem integrativen Rahmenmodell, das es ermöglicht, psychologisches Handeln in dem breiten Feld von Erziehen, Lernen und Bilden systematisch einzuordnen.

Die Bildungspsychologie beschäftigt sich aus psychologischer Perspektive mit allen Bildungsprozessen, die zur Entwicklung von Bildungskomponenten (= wünschenswerte Persönlichkeitsausprägungen aus gesellschaftlich-normativer Perspektive) beitragen, sowie mit den Bedingungen, Aktivitäten und Maßnahmen (wie z.B. Instruktion durch Lehrpersonen, Wissensvermittlung durch Medien), die diese Prozesse gemäß psychologischer Theorien/ Modelle beeinflussen (z.B. initiieren, aufrechterhalten, unterstützen, optimieren) können.

Lehre

- Ausbildung in allen Studienprogrammen

- Schwerpunkt (Primarstufe): Schulsozialpädagogik

- Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie und deren fachdidaktische Umsetzung (PuP-Studium)

- Ausbildung Heilstättenlehrgang (Krankenpädagogik)

- Begleitung bei Bachelorarbeiten
- Begleitung Masterlehrgang (siehe LV-Beschreibungen)

Im Rahmen bildungspsychologischer Aspekte werden entwicklungs-, lern-, motivations- und persönlichkeitspsychologische Schwerpunkte gesetzt, sonder- und inklusionspädagogische Parameter fließen permanent in die Lehre ein.

Aufgabe ist es daher, dass die Studierenden (Primarstufe)

• ein differenziertes Bild ihrer eigenen Identität, Dispositionen und Entwicklungspotenziale auf der Basis von bildungspsychologischen, entwicklungspsychologischen, lernpsychologischen und sozialisationstheoretischen Erkenntnissen sowie eine differenzierte Sichtweise auf Personen ihres pädagogischen Handlungsfeldes entwickeln,

• über Theorien, Konzepte und Methoden der Lern- und Motivationspsychologie sowie der Neurowissenschaften und der Sonderpädagogik zur Gestaltung entwicklungsförderlicher Lernumgebungen verfügen,

• grundlegende Kenntnisse über mögliche Barrieren in den Bereichen des Lernens und Denkens, der Sprache und Kommunikation, sozial-emotionalen Entwicklung, der Wahrnehmung und Bewegung erwerben und diese nutzen, um Strategien für die Arbeit mit unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsphänomenen zu entwickeln und

• (präventiv-)psychohygienische bzw. salutogenetische Elemente im Kontext schulischer Gemeinschaften identifizieren, diskutieren und erproben und  Coping-Konzepte zum Umgang mit Belastungen im pädagogischen Feld kennen.

Schulsozialpädagogik (Schwerpunkt Primarstufe)

Der Schwerpunkt Schulsozialpädagogik/Schulsozialarbeit befähigt Studierende, mit herausfordernden und in der Schule abgebildeten Phänomenen unserer Gesellschaft (wie z.B. Sucht, Gewalt, Kindesmisshandlung, sexueller Missbrauch, …) in adäquater und konstruktiver Weise umzugehen. 

Dazu werden die praktischen, sozialpädagogischen und rechtlichen Grundlagen dargelegt.

Ziele: Kenntnisse über die Handhabung und rechtlichen Bestimmungen zur Sozialpädagogik in Schulen in Österreich

Verstehen von Schule als vernetztem Lebensraum, in dem sich Kinder, Lehrkräfte und Obsorgeberechtigte partnerschaftlich und eigeninitiativ einbringen können

Sekundarstufe

Es wird darauf abgezielt, psychologische Theorien zu Lernprozessen und Wissenserwerb im schulischen Kontext aus mehreren Akteursperspektiven zu betrachten. Dabei werden sämtliche angesprochenen inhaltlichen Bereiche in Bezug auf aktuelle Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für die pädagogische Arbeit dargestellt. 

Darüber hinaus werden pädagogisch-psychologische Erkenntnisse von den LV-Leitern auch hochschuldidaktisch aufgegriffen und umgesetzt:


a) Lernen

Einerseits soll erklärt werden, wie Lernen und Wissenserwerb auf individueller Ebene (Schülerebene) passiert, indem klassische psychologische Lerntheorien vorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Darauf aufbauend soll diskutiert werden, welche Einflussfaktoren auf diesen individuellen Lernprozess einwirken. Hierzu werden drei Ebenen von Einflussfaktoren diskutiert: kognitive, motivationale und emotionale Faktoren. Auf kognitiver Ebene zählen dazu individuelle Faktoren, die Schüler/innen mitbringen wie neuronale Strukturen, Wahrnehmung, Gedächtnis und Intelligenz. Auf motivationaler Ebene Unterschiede in den Leistungsmotiven, auf emotionaler Ebene unterschiedliche emotionale Regulationsfähigkeiten. Ebenso werden Bedingungen besprochen, die auf Ebene der Lehrkraft zu beachten sind, um möglichst gute Lehr-Lernbedingungen zu erreichen. 


b) Diagnostizieren und Intervenieren 

Hierzu zählt einerseits das Verständnis über die Wirkung von Bewertung und Feedback. Weiters tragen ein Grundlagenwissen über Störungsbilder im schulischen Kontext dazu bei, spezielle Bedürfnisse zu diagnostizieren und mögliche, individuell angepasste, Umgestaltungen der Lehr-Lernsituation vorzunehmen. Hierzu werden praxisnahe psychologische Interventionsansätze vorgestellt.

Persönlichkeitspsychologie und Differentielle Psychologie (PuP Studium)

Fachspezifische Kompetenzen (Learning Outcomes) 

Fach Psychologie/Fachdidaktik:

Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums Lehramt Studienfach Psychologie und Philosophie

• kennen intrapersonale Prozesse in ihrer Bedeutung für menschliches Erleben und Verhalten und können Unterrichtseinheiten dazu gestalten,

• kennen psychodiagnostische Verfahren und können diese vermitteln

• kennen Verfahren der Lerndiagnostik und Lernförderung und können diese anwenden

• kennen die Bedeutung von Erkenntnissen der Psychologie für das Individuum, für soziale Systeme, die Wirtschaft und die Gesellschaft und können diese in Ihrer Relevanz für den PP-Unterricht beurteilen, diese fachgerecht und verständlich aufbereiten und unter Herstellung von Anwendungsbezügen kommunizieren;

•können die unterschiedlichen Methoden der Erkenntnisgewinnung in Psychologie 

(experimentell hypothesengeleitet) und Philosophie (z.B. Begriffsanalyse und Argumentationslehre) in kompetenzorientierten Unterrichtsmethoden umsetzen; 

• können psychologische Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung adäquat anwenden;

• können Erkenntnisse empirischer Forschung im Hinblick auf Gütekriterien kritisch reflektieren;

• können Forschungsfragestellungen auf der Grundlage von psychologischen Theorien und psychologischen Forschungsergebnissen entwickeln und daraus empirische Untersuchungen entwickeln und durchführen;

• kennen Lehrpläne, können diese kritisch reflektieren und fachgerechte und kompetenzorientierte Unterrichtsplanungen ableiten; 

• können Sozialformen, Unterrichtsmethoden und Unterrichtsmediendifferenziert und situationsgerecht auswählen und variieren. 

Heilstättenlehrerausbildung, Krankenpädagogik

• Die Bedeutung und Aufgabe des Unterrichts in der pädagogischen und psychosozialen Betreuung physisch und/oder psychisch erkrankter Kinder und behinderter beziehungsweise von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher

• Adäquate pädagogische Interventionen, die sowohl pädagogischen Erfolg und ebenso Umsicht gegenüber der eigenen Gesundheit gewährleisten

• Beeinträchtigungen der Entwicklung und des Lernens des schulpflichtigen Kindes durch Krankheit und Kranken-hausaufenthalt; Entwicklung individualisierter und situativ angepasster Modelle

• Kennen lernen krankenhausimmanenter Aspekte und Einbindung des philosophischen Hintergrunds von „Resi-lienz“ in die pädagogischen Arbeit

• Modelle von pädagogisch-psychologischen Vorbereitungstechniken vor medizinischen Interventionen und deren Bedeutung im Rahmen ganzheitlicher Betreuung für die Behandlung somatisch erkrankter Schüler/innen

• Gegensätzliche Philosophien bei Betreuungsmodelle (dualistisch oder integrativ) und Modelle der Erziehung und Bildung physisch und/oder psychisch erkrankter beziehungsweise behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder im Krankenhaus in Geschichte und Gegenwart

• Modellverhalten des/der Lehrers/in im System Krankenhaus. Auseinandersetzung mit Burn-Out-Modellen und Entwicklung adäquater Stressbewältigung

• Der Hausunterricht für kranke Kinder zwischen Krankenhausaufenthalten; Kooperation mit den Lehrern der Stammschule und Elternarbeit

• Entwicklungsangebote für kranke Kinder

• Kategorisierungssysteme psychiatrischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und daraus resultierende pädagogische Konsequenzen

Team

Prof. Mag. Dr. Raphael David Oberhuber

Prof.(PH), Dipl.Päd., Klinischer- und Gesundheitspsychologe
Institut für Inklusive Pädagogik
Raum 336
E-Mail: raphael.oberhuber@ph-ooe.at oder r.oberhuber@eduhi.at

Prof. Mag. Dr. Karin Busch

Professur für Bildungswissenschaften in den Bereichen Schulpädagogik und Begabungs- und Begabtenförderung
Raum: 342
E-Mail: karin.busch@ph-ooe.at

Prof. Dr. Alexandra Michal, MEd

Institut für Elementar- und Grundstufenpädagogik 
Telefon: +43 (0)732 7470-7257 
E-Mail: alexandra.michal@ph-ooe.at

Prof. Mag. Dr. Ilse Polleichtner

Institut für Elementar- und Grundstufenpädagogik
Raum: 337
E-Mail: ilse.polleichtner@ph-ooe.at

Prof. MMag. Helmut Stangl

Lehrer (PH, AHS), Psychologe, ARGE-Leiter Ethik (LSR OÖ)
E-Mail: helmut.stangl@ph-ooe.at  oder h.stangl@eduhi.at

Prof. MMag. Dr. Thomas Zwicker

Professur für Pädagogik und Schulpädagogik;
Hauptschullehramt für Mathematik, Geographie und Geometrisches Zeichnen.
Studium der Erziehungswissenschaften (Mag. phil., Dr. phil.) und der Psychologie (Mag. rer. nat.)
ECHA-Diplom (Hochbegabtenförderung)
Raum: 336
E-Mail: thomas.zwicker@ph-ooe.at

Forschung

 

Oberhuber RD et al (2017). Cognitive Development of School-Age Hypoplastic Left Heart Syndrome Survivors: A Single Center Study. Pediatric Cardiology. ISSN 0172-0643, DOI 10.1007/s00246-017-1623-8Forschungsvorhaben beziehen sich vor allem auf die Schnittmenge entwicklungspsychologischer, pädagogisch-psychologischer, klinisch-psychologsicher und gesundheitspsychologischer Fragestellungen. Kognitive Entwicklung und Lebensqualität von Kindern mit besonderen Bedarfen im Schulkontext bilden auch willkommene Forschungsthemen für Bachelor- und Masterthesisarbeiten.