Inklusive Bildung und Sonderpädagogik

Inklusive Bildung begreift Inklusion als ein „Mehrebenensystem“, bei dem Unterricht, schulische, regionale, bildungspolitische und gesellschaftliche Aspekte für die Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems bedeutsam sind. Die Relevanz der Inklusiven Bildung als Grundlage für alle Lehrkräfte ergibt sich bereits aus der wachsenden Heterogenität der Schülerinnen und Schüler.

Inklusive Bildung greift dafür auf ausdifferenzierte pädagogische Theorien und Praxen (Primar-,Sonder-, Migrations-, Gender-, Begabungspädagogik…) zurück, lehnt Etikettierungen und Klassifizierungen in der Schule ab und zielt auf eine strukturelle Veränderung der regulären Institutionen ab.

Die Sonderpädagogik forscht und entwickelt Theorien, Konzepte und Praxen entlang der Differenz von Behinderung/Nichtbehinderung. Die gegenwärtige Sonderpädagogik beschäftigt sich verstärkt mit der Frage, auch für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen größtmögliche Bildungschancen zu verwirklichen. Sie stellt also auch die Frage nach den Barrieren in einem System, analysiert sie, entwickelt und erforscht Praxen, um diese Barrieren zu verringern oder abzubauen.

Die sonderpädagogische Spezialisierung für eine inklusive Bildung ist an keine Schulform gebunden. Sonderpädagogik wird nicht als eine andere oder besondere Pädagogik für eine separate Schulform verstanden, sondern als ein professionalisierter Spezialisierungsbereich der allgemeinen Pädagogik, der sich mit besonderen Problemlagen von Kindern und Jugendlichen unter erschwerten Entwicklungsbedingungen beschäftigt. Dabei werden im Sinne intersektionaler Ansätze z.B. auch interkulturelle Aspekte, soziale Ungleichheit, Fragen der Geschlechtergerechtigkeit oder Armut berücksichtigt.“

Die Aufgaben des Arbeitsbereiches übernimmt das Institut für Inklusive Pädagogik.

 

Kontakt:

Hochschulprof. Dr. Jörg Mußmann
Raum 342/3. OG
Tel.: +43 732 7470 7297
joerg.mussmann@ph-ooe.at
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