Strategien

Digitalisierungsstrategie

Präambel

Die Welt, in der wir leben, wird zunehmend von technologischen Entwicklungen bestimmt. Für eine Institution, wie die Pädagogische Hochschule OÖ, die Lehrer:innen ausbildet, fort- und weiterbildet, Schulen in ihrer Entwicklung begleitet und in diesem Bereich forscht, ist es daher unabdingbar, die Digitalisierung als zentrales Forschungs- und Handlungsfeld zu etablieren.

Die PH OÖ positioniert sich im Kontext des digitalen Wandels als Vorreiterin und Dienstleisterin sowohl für angehende als auch für bereits tätige Lehrer:innen. Dabei geht es nicht nur darum, Themen wie Apps, KI, technische Geräte und zukünftige Anwendungen theoretisch zu behandeln. In Lehre und Forschung steht vielmehr im Mittelpunkt, welche Auswirkungen diese Technologien auf den Menschen haben, wie sie zum Wohl der Gesellschaft genutzt werden können und wie sie das schulische und pädagogische Umfeld transformieren.
 

Ziele

Die Digitalisierungsstrategie hat das primäre Ziel, den Bildungsauftrag durch die systematische Integration digital unterstützter Lehr- und Lernprozesse erfolgreich und nachhaltig zu fördern. Hierbei werden aktuelle digitale Lehr- und Lerntheorien sowie fachspezifische Forschungsergebnisse berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die folgenden Bereiche:

  1. Hochschulentwicklung

  2. Lehre (AFWB)

  3. Schulentwicklungsberatung

  4. Technische Ausstattung – IT-Infrastruktur

  5. Verwaltung

  6. Praxisschulen

  7. Forschung

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich verfolgt dabei einen technologieagnostischen Ansatz, der es ermöglicht, alle technologischen Innovationen objektiv zu evaluieren und zu integrieren, ohne eine bevorzugte Technologie hervorzuheben.
 

Hochschulentwicklung

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie wird auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Erweiterung der Lehr- und Lernformate gesetzt.  Dazu gehört der Ausbau asynchroner Lehrformate sowie die kontinuierliche Erweiterung der Fernstudienanteile, die flexiblere und zeitgemäße Lernmöglichkeiten bieten. 

Zusätzlich werden verstärkt digitale Konzepte in der Lehre eingesetzt und der gezielte methodisch-didaktische Einsatz digitaler Geräte gefördert, um die Lehre effektiver und innovativer zu gestalten. Ein Buddy-System „für Lehrende von Lehrenden“ wird implementiert, um gezielte Unterstützung und fachliche Begleitung zu gewährleisten. Dieses System fördert den Austausch bewährter Praktiken und bietet eine strukturierte Unterstützung für die Integration digitaler Lehrmethoden und -technologien in den Unterricht.

Ein Future Lab soll eingerichtet werden, das als Zentrum für die Erprobung und Entwicklung neuer digitaler Lehransätze dient. Diese Maßnahmen gewährleisten, dass die Bildungsangebote der Pädagogischen Hochschule OÖ zeitgemäß, praxisorientiert und optimal auf die Anforderungen des digitalen Zeitalters ausgerichtet sind.

Bei zukünftigen Stellenausschreibungen werden die jeweils notwendigen digitalen Kompetenzen berücksichtigt. 

Das Nationale Zentrum für digitale Kompetenz (eEducation) und das Zentrum für Lernmanagement (ZLM) sind ebenfalls an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich angesiedelt und agieren als bundesweit tätige Einrichtungen. 

Leitfäden für die Hochschullehre werden kontinuierlich erstellt, um Lehrende bei den neuesten Trends und Technologien zu unterstützen. Das vorliegende Digitalisierungskonzept ist als ein "Living Paper" konzipiert, das sich fortlaufend weiterentwickelt.

Maßnahmen

  1. Weiterentwicklung bestehender Lehr- Lernformate (Ausbau asynchroner Formate etc.)

  2. Verstärkte Integration von digitalen Konzepten in der Lehre

  3. Gezielter methodisch–didaktischer Einsatz von digitalen Geräten in der Lehre 

  4. Kontinuierlicher Ausbau der Fernstudienanteile 

  5. Aufbau eines Future Labs

  6. Bereitstellung von kontinuierlich aktualisierten Leitfäden für die Lehrenden der PH OÖ
     

Lehre (AFWB)

Begleitmaterialien zu unterschiedlichen Lehrformaten werden digital bereitgestellt (z.B.: Lernplattformen) um den Zugang für alle Lernenden zu erleichtern. Digital unterstützte Kollaboration und Kommunikation fördern den Austausch und die Zusammenarbeit. Digitale Prüfungsformate bieten zeitgemäße und flexible Bewertungsmöglichkeiten. Eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenz- und Online-Lehre stellt sicher, dass beide Formate optimal ineinandergreifen.

Zur Sicherstellung hoher Standards werden Qualitätsrichtlinien und eine Netiquette für Online-Veranstaltungen festgelegt. 

Labore wie der EIS-Raum bieten zudem die Möglichkeit, Digitalität in realen Umgebungen zu erleben und sich praktisch mit modernen Konzepten und Geräten auseinanderzusetzen.

Das Online-Fortbildungsangebot im Bereich Digitalisierung wird stetig ausgebaut, so dass Lehrende ihre Kompetenzen ständig erweitern können. 

Bereits bestehende digitale Bildungsangebote (virtuelle PH, imoox, moocs..) werden in Aus-, Fort-, und Weiterbildung eingesetzt.

Maßnahmen

  1. Bereitstellung von Begleitmaterialien auf online Plattformen (moodle)

  2. Förderung der digital unterstützen Kommunikation und Kollaboration

  3. Entwicklung von Qualitätsrichtlinien und einer Netiquette für Online - Lehre 

  4. Erweiterung des Online-Fortbildungsangebots im Bereich Digitalisierung
     

Schulentwicklungsberatung 

Die Schulentwicklungsberatung unterstützt Schulen in Projekten zur digitalen Schulentwicklung. Sie versteht sich dabei in erster Linie als verantwortliche Expertin für den Prozess und den organisatorischen Rahmen dieser Entwicklungsvorhaben. In enger Kooperation mit eEducation Austria werden dazu die dort verfügbaren Werkzeuge und Expertisen zur digitalen Schulentwicklung genutzt.

Zur Sicherstellung eines qualitätsvollen Beratungsprozesses verfügen Schulentwicklungsberater:innen über eine grundlegende Fachkompetenz im Bereich der Digitalisierung von Schulen. Die Schulentwicklungsberatung kann im Bedarfsfall zusätzlich externe Expert:innen zu verschiedenen Themen der Digitalisierung und Medienpädagogik zu Beratungsprojekten hinzuziehen, sodass den Schulen im Sinne einer Komplementärberatung eine qualitätsvolle Kombination aus Prozessberatung und Fachberatung angeboten werden kann. 

Maßnahmen 

  1. Schulentwicklungsberater:innen verfügen über Kompetenzen in der Prozessberatung  im speziellen Feld der digitalen Schulentwicklung (Konzepte und Werkzeuge z.B. von eEducation Austria)

  2. Unterstützung bei der Erstellung und Umsetzung von digitalen Konzepten an den einzelnen Schulstandorten (Prozessberatung)

  3. Zusammenarbeit mit Expert:innen zu Digitalisierung und Medienpädagogik bei im Rahmen von Schulentwicklungsberatungsprojekten stattfindenden Fortbildungsveranstaltungen (Fachberatung als Teil der Komplementärberatung)
     

Technische Ausstattung – IT-Infrastruktur

Um eine moderne, sichere und stabile IT-Infrastruktur zu gewährleisten, die den Anforderungen der Strategie entspricht, sind kontinuierliche Modernisierungen, Erweiterungen und Ergänzungen erforderlich. Gleichzeitig wird großer Wert auf IT-Sicherheit und Datenschutz gelegt, um sensible Daten zu schützen und die Integrität der verwendeten Systeme zu gewährleisten. Die Projekte und Investitionen werden in enger Abstimmung zwischen den Instituten, den Praxisschulen und dem Rektorat geplant.

Maßnahmen 

  1. Kontinuierliche Modernisierung und Erweiterung der IT-Infrastruktur 

  2. Regelmäßige Sicherheits- und Datenschutzüberprüfungen zur Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit und Datenschutz
     

Verwaltung 

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Hauses wird auf die konsequente Digitalisierung von Kommunikations- und Verwaltungsabläufen gesetzt, um Effizienz und Transparenz zu steigern. Durch den Einsatz von ELAK, sowie modernen Dokumenten- und Wissensmanagementsystemen, wird die Umstellung auf ein papierloses Büro vorangetrieben. Damit wird eine zukunftsorientierte, nachhaltige Verwaltung geschaffen, die schnellere Arbeitsprozesse und eine optimale Ressourcennutzung ermöglicht.

Maßnahme

  1. Einführung eines weitgehend papierlosen Büros durch digitale Kommunikations- und Verwaltungsabläufe
     

Praxisschulen 

In den Praxisschulen der Pädagogischen Hochschule wird Digitalisierung ganzheitlich umgesetzt, wobei Eltern, Lehrer:innen und Schüler:innen aktiv eingebunden sind.

Der Unterricht orientiert sich an den Kompetenzbereichen des Lehrplans für digitale Grundbildung. Dadurch lernen die Schüler:innen, die gesellschaftlichen Veränderungen durch Medienwandel und Digitalisierung zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Sie entwickeln Fähigkeiten im verantwortungsvollen Umgang mit Daten und Informationssystemen, kommunizieren und kooperieren effizient mithilfe digitaler Werkzeuge und erstellen eigene Medieninhalte.

Lehrende setzen digitale Endgeräte gezielt in ihren Unterrichtssequenzen ein und werden kontinuierlich fort- und weitergebildet. Gleichzeitig werden innovative Unterrichts- und Lernkonzepte laufend entwickelt und weiterentwickelt, um den digitalen Wandel effektiv im Bildungsprozess zu integrieren.

Eltern können über die Informationsplattform WebUntis, die zeit- und ortsunabhängig funktioniert, in Kontakt mit Pädagog:innen treten, erhalten relevante Einsichten in den Schulalltag. Über die elektronische Zahlungsplattform edupay wird eine bargeldlose Schule, mit der online Abwicklung von Zahlungen, angestrebt. 

Die Praxisschulen der Pädagogischen Hochschulen sind KI – Pilotschulen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Best Practice Beispiele aus der Unterrichtspraxis werden systematisch disseminiert, um die Ergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen und den Wissenstransfer zu fördern.

Maßnahmen

  1. Optimierung und Erweiterung des Unterrichts durch eine gezielte Kombination aus analogen und digitalen Unterrichtssequenzen 

  2. Etablierung eines kontinuierlichen Fortbildungsprogramms für Lehrer:innen

  3. Einsatz von WebUntis als Informations- und Kommunikationsplattform

  4. Breitere Ausrollung des Systems edupay 

  5. Dissemination von Forschungsergebnissen 
     

Forschung 

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie wird besonderer Wert auf die Förderung ausgewählter Forschungsprojekte gelegt, die einen starken Bezug zum pädagogischen Alltag aufweisen. 

Zwei wesentliche Ziele werden dabei verfolgt: Einerseits wird die Erweiterung der Nutzung digitaler Medien in der Forschung angestrebt, um innovative Ansätze und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Andererseits wird auf den Ausbau eigener Forschungsaktivitäten im Bereich digitaler Medien und Bildung gesetzt, um kontinuierlich neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Integration von Technologie im Bildungsalltag weiter zu verbessern.

Maßnahmen

  1. Durchführung von Forschungsprojekten zum Thema Digitalisierung

  2. Digital–unterstütze Dissemination von Forschungsergebnissen

  3. Aufbau eines Forschungsschwerpunktes Medienpädagogik

Diversitäts-Strategie

Präambel

Diversität und Inklusion sind grundlegende Werte für Hochschulbildung und Lehrer:innenbildung. Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich bekennt sich zu diesen Werten und leistet damit ihren Beitrag zum Ausbau eines Bildungssystems, das Differenzen ermächtigend bearbeitet, Vielfalt wertschätzt, als Ressource begreift und nicht ausgrenzt. Dieses Bekenntnis umschließt alle Hierarchieebenen der Pädagogischen Hochschule und inkludiert auch die Absicht, auf allen diesen Ebenen der Hochschule die personale Repräsentanz gesellschaftlicher Diversität zu gewährleisten. Damit einher geht der aktive Abbau bestehender Benachteiligungen und Barrieren sowie die gezielte Förderung von Strukturen, welche die Teilhabe aller fördern und sicherstellen. Eine diverse, inklusive Pädagogische Hochschule wirkt dadurch über die Mauern der Hochschule hinaus und leistet einen Beitrag zur Förderung einer sozial gerechten Gesellschaft – auch durch Bewusstseinsbildung. Die vorliegende Diversitätsstrategie bezieht sich ausdrücklich auf die gesamte Pädagogische Hochschule, inklusive der Praxisschule Europaschule.
 

Ziele der Strategie

Die Diversitätsstrategie der Pädagogischen Hochschule umfasst mehrere, miteinander verschränkte Ziele. Diese sind:

  1. Förderung einer inklusiven Lern- und Arbeitskultur

    Es wird sichergestellt, dass alle Studierenden und Angestellten der Pädagogischen Hochschule als auch Schüler:innen und Lehrer:innen der Europaschule, ein sicheres, respektvolles und unterstützendes Umfeld erleben, das Vielfalt fördert und Diskriminierung sowie Ausgrenzung verhindert.

  2. Erhöhung der Diversität unter Studierenden, Schüler:innen sowie Mitarbeiter:innen

    Gesellschaftliche Diversität soll sich nicht nur in der Strategie der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich spiegeln, sondern auch in der Zusammensetzung der Schüler:innen- und Studierendenschaft sowie des Personals, inklusive aller Führungsebenen und Entscheidungsstrukturen der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich.

  3. Diversitätssensible Lehre und Forschung

    Ermöglichung einer akademischen sowie Schulkultur, die unterschiedliche Perspektiven selbstverständlich zum Ausdruck bringt und Differenzen ermächtigend bearbeitet und reflektiert.

  4. Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung

    Entwicklung von Programmen und Initiativen, die das Bewusstsein für Diversität, Intersektionalität und Inklusion innerhalb der Pädagogischen Hochschule sowie der Praxisschule erhöhen.

  5. Nachhaltigkeit und Kontinuität

    Es wird durch regelmäßige Evaluierung die Anpassung von Maßnahmen und damit auch eine qualitätsvolle, nachhaltige Umsetzung der Diversitätsstrategie sichergestellt.

  6. Bewusstsein für Risiken und Gewaltprävention

    Es wird durch regelmäßige Evaluierung die Anpassung von Maßnahmen und damit auch eine qualitätsvolle, nachhaltige Umsetzung der Diversitätsstrategie sichergestellt.

Maßnahmen zur Zielerreichung

Um die zuvor dargelegten Ziele der Diversitätsstrategie der Pädagogischen Hochschule zu erreichen, werden die nachfolgend angeführten Maßnahmen umgesetzt.
 

Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung
  1. Trainings und Workshops

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich führt regelmäßig Schulungen zwecks Aufbau einer Differenzsensibilität von Angestellten, Lehrenden, Schüler:innen und Studierenden durch. Diese Schulungen helfen dabei, das Bewusstsein für Vielfalt zu erhöhen, für Diskriminierung zu sensibilisieren und Einstellungen sowie Verhalten entsprechend zu reflektieren und anzupassen.

  2. Tage der Diversität 

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich führt ‚Tage der Diversität‘ durch. Diese dienen einerseits der Bewusstseinsbildung und Fortbildung von Angestellten und Studierenden der Hochschule sowie Schüler:innen und Lehrer:innen der Europaschule zu unterschiedlichen Aspekten von Diversität, Differenz und Inklusion. Andererseits positioniert sich die Pädagogische Hochschule Oberösterreich durch die Öffnung dieser Veranstaltung nach außen sowie der Einbeziehung von Vereinen, Initiativen und Communities aus der Region als relevante (über-)regionale Akteurin für den Aufbau eines inklusiven (Ober-) Österreich.

  3. Kommunikation 

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich thematisiert Diversität und Inklusion durch professionelle Kommunikation über verschiedene Kanäle.
     

Förderung einer inklusiven Lern- und Arbeitskultur
  1. Konsequente Antidiskriminierungspolitik 

    Die Pädagogische Hochschule entwickelt eine konsequente Antidiskriminierungspolitik. Diese beinhaltet Regeln und Prozeduren für den Umgang mit Diskriminierung und damit verbundenen Formen von Gewalt, inklusive Mobbing und Belästigung, enthält. Es wird eine Anlaufstelle eingerichtet, in der sich von Diskriminierung betroffene Personen der Hochschule sowie Europaschule melden können sowie (bei Bedarf) Beratung und Unterstützung erhalten. Ein solcher Beratungsprozess inkludiert (im Fall der Zustimmung der Betroffenen) die Weiterleitung von Diskriminierungserlebnissen an das Rektorat.

  2. Einrichtung von Räumen zwecks Rückzugsmöglichkeiten und religiösen Praktiken

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich richtet nach Maßgabe der Möglichkeiten Räumlichkeiten ein, die für unterschiedliche Praktiken im Kontext von Differenz und Ermächtigung genutzt werden können. Das können multikonfessionelle Gebetsräume ebenso sein wie Ruheräume als Rückzugsmöglichkeit für chronisch kranke bzw. behinderte Studierende, Schüler:innen und Lehrende.

  3. Mentoring- und Coaching-Programme

    Die Pädagogische Hochschule richtet Coaching- und Mentoring-Programme ein, um insbesondere Studierende, Mitarbeitende sowie Schüler:innen aus unterrepräsentierten Gruppen zu unterstützen. Dabei stehen sowohl akademische als auch persönliche Entwicklungsziele, inklusive dem Erwerb von Deutsch als Zweitsprache, im Fokus.

  4. Barrierefreiheit

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich setzt sich zum Ziel, ein barrierefreier Raum zu werden. Dies umfasst den barrierefreien Zugang zu allen Gebäuden und Räumlichkeiten sowie die Erarbeitung und Bereitstellung von digitalen Lehrmaterialien in zugänglichen Formaten, um Studierende und Mitarbeitende mit Behinderungen zu unterstützen. Dementsprechend sollen Barrieren sukzessive abgebaut werden, was auch die so genannten Barrieren in den Köpfen miteinschließt, wie Vorurteile und Stereotypen in Relation zu Differenz (siehe hierzu auch das Maßnahmenbündel zu Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung).
     

Erhöhung der Diversität unter den Studierenden und Mitarbeiter:innen
  1. Zielgerichtete inklusive Rekrutierung

    Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich entwickelt Maßnahmen, die der gezielten Rekrutierung von Studierenden, Lehrer:innen und Mitarbeitenden aus unterrepräsentierten Gruppen dienen. Dies umfasst neben der Entwicklung einer Kultur des Willkommen-Heißens von Diversität und Inklusion Outreach-Initiativen an Schulen und in entsprechenden Communities, inklusive strategischen Partnerschaften mit externen Organisationen. Im Rahmen von Anstellungen werden diversitätssensible, barrierefreie Verfahren durchgeführt, die den Parametern eines ‚inclusive hiring‘ entsprechen. Dementsprechend sollen Rekrutierungsprozesse darauf ausgerichtet werden, Vorurteile zu minimieren und einen gerechten Bewerbungs-, Hearing- und Auswahlprozess für Kandidat:innen aus unterrepräsentierten Gruppen zu ermöglichen.

  2. In Einklang mit den weiteren Maßnahmen strebt die Pädagogische Hochschule Oberösterreich an, dass sich Diversität nicht nur in personaler Perspektive spiegelt, sondern auch in den Lern- und Lehrangeboten.

Gender- und Gleichstellungsstrategie

Präambel

Die Pädagogische Hochschule OÖ bekennt sich zu Gerechtigkeit und Fairness, zur Gleichstellung aller Personen unabhängig von Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Alter, Beeinträchtigung, Ethnizität, Nationalität, Herkunft, Religion und Weltanschauung und bietet unterstützende und fördernde Bedingungen für alle Personen und Gruppen. Es besteht Konsens über die Gleichwertigkeit der Arbeit und Leistung von Menschen diverser geschlechtlicher Identität auf allen Hierarchieebenen sowie den Abbau bestehender Benachteiligungen. Im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sterbt sie eine Bewusstseinsbildung an.
 

Strategien zur Gleichstellung und Gendergerechtigkeit

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich verfolgt zwei konkrete Strategien zur Umsetzung von Gleichstellung und Gendergerechtigkeit. Gender-Mainstreaming beschreibt einerseits das Bestreben, bei Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen auf Menschen diverser geschlechtlicher Identität im Blick zu haben und zielgerichtete Maßnahmen zu setzen. Intersektionalität verfolgt andererseits die Analyse der Überschneidungen und des Zusammenwirkens von verschiedenen Diskriminierungsformen.
 

Strategische Ziele zur Gleichstellung und Gendergerechtigkeit

Im Hinblick auf Gleichstellung und Gendergerechtigkeit setzt sich die Pädagogische Hochschule Oberösterreich Ziele, die langfristig sind und nachhaltigen Charakter haben. Sie bilden die Grundlagen operativer Zielsetzungen in den Handlungsfeldern der verschiedenen Hochschulebenen:

  • Systematische Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Risiken wie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt
  • Sensibilisierung für Geschlechterstereotype und geschlechtsbezogene Vorurteile, respektvolles Verhalten und Kommunikation
  • Verringerung von geschlechtsbedingten Unterschieden oder Unterschiede aufgrund der Bildungsgrade
  • Verwirklichung einer ausgewogenen Beteiligung von Menschen diverser geschlechtlicher Identität an Entscheidungsprozessen und in pädagogischen Handlungsfeldern

Maßnahmen

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich leitet aus ihren strategischen Zielen folgende Umsetzungsschwerpunkte ab:

  1. Konsequentes Gender Mainstreaming

  2. Maßnahmen an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich sind gendersensibel und werden, wo immer möglich, gendertransformativ gestaltet. Das beschreibt das Bestreben, geschlechtsspezifische Rollenzuschreibungen, ungleiche Machtverhältnisse und -strukturen sowie soziale Normen und Regeln, die zu Benachteiligungen, Diskriminierungen oder Ausgrenzungen führen, zu verringern oder abzubauen.

  3. Genderansätze verankern

  4. Genderansätze sind systematisch in die Instrumente und Themen der Hochschule integriert. Das Wissen über Gender, Diversität und Gleichstellung, die Bereitschaft, gleichstellungsorientiert zu handeln und die Fähigkeiten zur Umsetzung werden auf allen Ebenen der Hochschule aktiv gefördert und gefordert.

  5. Mit gutem Beispiel vorangehen

  6. Um Gleichstellung aller Geschlechter glaubhaft und effektiv zu vertreten, will die Pädagogische Hochschule Oberösterreich als Vorbild agieren. Sie vertritt konsequent die genannten Inhalte im Haus und kommuniziert ihre Arbeit diesbezüglich gezielt.
     

Handlungsfelder der Umsetzung von Gleichstellung und Genderstrategien

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich reflektiert und entwickelt evidenzbasiert und forschungsgeleitet relevante Gleichstellungsaspekte und -merkmale und bezieht diese in ihre Arbeitsinhalte und -prozesse in vier Handlungsfeldern ein:
 

Handlungsfeld 1: Management

Die Implementierung von Gleichstellungs- und Genderkompetenz in Strukturen und Prozesse der Hochschulen. Ein klares Bekenntnis der hochschulischen Leitungsebenen trägt und fördert eine geschlechter- und diversitätsgerechte Wissenschaft und Forschung.

Maßnahmen

  1. Setzen von Zielen zum Aufbau und zur Erweiterung von Gleichstellungs- und Genderstrategien

  2. Schaffung von Ressourcen für den Aufbau und die Implementierung von Gleichstellungs- und Genderstrategien

  3. Aufnahme in das Anforderungsprofil für Kommissionen und Gremien

  4. Ausgestaltung der Infrastruktur

  5. Entsprechende Gestaltung der Kommunikations- und Informationsmedien, der Materialien und Formulare
     

Handlungsfeld 2: Handeln

Alle Hochschulangehörigen – Lehrende, Forschende, Management und Studierende genauso wie das Verwaltungspersonal – werden im Aufbau und in der Weiterentwicklung ihrer Gleichstellungs- und Genderkompetenz gefördert und gefordert.

Maßnahmen

  1. Aufbereitung von Informationen über Gleichbehandlungs- und Genderaspekte

  2. Bereitstellung entsprechender Leitfäden zur Sprach-, Gender- und Gleichbehandlungskompetenz

  3. Ermutigung, Förderung und Forderung von und zur Gender- und Gleichbehandlungskompetenz
     

Handlungsfeld 3: Lehre

Gleichstellungs- und Genderkompetenz finden ihre Verankerung in den Studienplänen sowie im gezielten Wissensaufbau und -transfer von den Lehrenden zu den Studierenden und umgekehrt.

Maßnahmen

  1. Integration in die Curricula

  2. Angebote in der Fort- und Weiterbildung

  3. Preise für Abschlussarbeiten
     

Handlungsfeld 4: Forschung

Relevante Forschungsfragen sowie eine gezielte Reflexion der Ergebnisse hinsichtlich Einseitigkeit und Verzerrungseffekten finden verstärkt Eingang in Forschungsprozesse.

Maßnahmen

  1. Gezielte Förderung von Forschungsprojekten

Internationalisierungsstrategie der PH Oberösterreich

Präambel

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich (PH OÖ) sieht die Internationalisierung als einen zentralen Bestandteil ihres Bildungsauftrags und verfolgt mit ihrer Internationalisierungsstrategie das Ziel, internationale und interkulturelle Perspektiven in alle Bereiche der Hochschule zu integrieren. Diese Strategie basiert auf der nationalen Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie 2020–2030 des BMBWF. Sie zielt darauf ab, die Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter*innen der Verwaltung zu fördern, innovative digitale Formate zu nutzen und globale Partnerschaften zu stärken. Die Strategie unterstreicht die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und die Förderung einer offenen und inklusiven Bildungskultur. Die Internationalisierungsstrategie der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich zeigt das Engagement der Hochschule bei der Vorbereitung von Studierenden und Lehrenden auf die globalen Herausforderungen der Zukunft. Durch die Integration internationaler Perspektiven in die Lehre, die Förderung der Mobilität und die Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten schafft die PH OÖ ein dynamisches und inklusives akademisches Umfeld. Die Hochschule trägt damit aktiv zur Weiterentwicklung der internationalen Bildung und zur Förderung der interkulturellen Verständigung bei. Durch die Verankerung der Internationalisierung in allen Bereichen des akademischen Lebens bleibt die PH OÖ eine führende Institution bei der Ausbildung global denkender Lehrkräfte, die Vielfalt und Inklusion sowohl im Klassenzimmer als auch in der Gesellschaft fördern.

1: Integration internationaler Erkenntnisse und Perspektiven in alle Bereiche der PH OÖ 

Die PH OÖ integriert internationale Perspektiven nachhaltig in Lehre, Forschung und Verwaltung. Lehrende, Studierende und das Verwaltungspersonal werden durch das Schaffen eines inklusiven, interkulturellen Lernumfelds auf den Umgang mit kultureller Vielfalt vorbereitet.      

Maßnahmen:

  • Verstärkte Einbindung der Organisationseinheiten in die Gestaltung der internationalen Kooperationen, um eine offene Grundhaltung für internationalen Knowledge-Transfer zu generieren.
  • Erweiterung der Bildungshorizonte der Studierenden, der Lehrenden sowie der Mitarbeiter:innen der Verwaltung durch internationale Mobilitäten auf Basis unserer internationalen Kooperationen und Projekte.
  • Schaffung eines internationalen akademischen Umfelds durch Internationalisation@Home (z.B. durch Förderung des Dialogs von Gastprofessor:innen, Lehrenden und Studierenden im Rahmen von Mobilitätsprogrammen und Veranstaltungen wie „International Weeks“).
  • Internationalisierung ausgewählter Curricula, z.B. durch die Implementierung internationaler und interkultureller Inhalte in Lehrveranstaltungen (koordiniert und unterstützt durch das Institut für Internationale Kooperationen und Studienprogramme), durch ein Angebot an fremdsprachigen Lehrveranstaltungen und international ausgerichtete Forschung.
  • Förderung des gegenseitigen Austausches zwischen lokalen und internationalen Studierenden und Lehrenden, z.B. durch institutionalisierte Treffen und gemeinsame Lehrveranstaltungen.  
  • Schaffung einer Willkommenskultur für internationale Studierende und Lehrende, z.B. durch gemeinsame kulturelle Veranstaltungen oder eine „Orientierungswoche“.
  • Teilnahme an „Joint International Programs“ (z.B. Symposion Network, Educational Video Challenge (EDIT), European Primary Teacher Education (EPTE), Mentoring- Projekt Nightingale, Social Impact of Distance Learning (SIMPLE), Projekt EdUkraine).

2. Mobilitätsförderung für alle Hochschulangehörigen

Mobilität ist ein zentraler Aspekt der Internationalisierungsstrategie der PH OÖ. Mobilitätserfahrungen sind besonders effektiv für den Erwerb interkultureller Kompetenzen und ermöglichen den Austausch von Wissen und Ideen über Grenzen hinweg. Erasmus+, CEEPUS und ähnliche Programme bieten Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter:innen der Verwaltung die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln. Hierbei wird besonderer Wert auf die Förderung von unterrepräsentierten Gruppen gelegt, um die Mobilität für alle zugänglich zu machen. 

Maßnahmen:

  • Effiziente Beratung und Unterstützung von Lehrenden, Studierenden und des Verwaltungspersonals durch Informationen über Partneruniversitäten, Fördermöglichkeiten und administrative Abläufe bezüglich Mobilitäten durch das IKS.
  • Kommunikation aller Mobilitätsmöglichkeiten in virtueller Form, durch persönliche Beratung während der jährlichen Erasmus Days und durch terminisierte Gespräche mit den Outgoing-Koordinator*innen des IKS.
  • Abwicklung der individuellen Mobilitäten in allen Phasen von der Erstberatung bis zur Dissemination.
  • Unterstützung von Personen mit besonderen Bedürfnissen und unterrepräsentierten Studierendengruppen bei der Teilnahme an Mobilitätsprogrammen durch Beratung seitens des IKS.
  • Anstoßen einer Diskussion zur Verankerung spezifischer Mobilitätsfenster in den Studienplänen sowie Vereinfachung des Leistungstransfers.
  • Erweiterung des Angebots durch neue Mobilitätsformate wie z. B. Kurzzeit-Praktika und virtuelle Staff-Mobilities.
  • Schaffung von Anreizen zur Teilnahme an internationalen Mobilitäten (z.B. Mitarbeiter:innen-Gespräche, Berücksichtigung bei den Leistungsprämien). 

3. Diversität in der Bildung

Die PH OÖ fördert Bildungskomponenten, die die kulturelle und sprachliche Vielfalt, sowie einen inklusiven Ansatz in der Schule berücksichtigen und die Ausbildung darauf ausrichten. Internationalisierung bedeutet hierbei die Entwicklung zentraler internationaler Kompetenzen, kritischen Denkens und weiterer Inhalte, die Diversität in der Bildung fördern.  Eine zentrale Rolle spielen dabei Mehrsprachigkeit und Deutsch als Fremdsprache sowie Deutsch als Zweitsprache. Die PH OÖ fördert „Third Mission“ und zivilgesellschaftliches Engagement zum Abbau von Diskriminierung und Vorurteilen in der Gesellschaft. 

Maßnahmen:

  • Vermehrte Integration von Deutsch als Fremdsprache (DAF) und Deutsch als Zweitsprache (DAZ) in Ausbildung, sowie Fort- und Weiterbildung, mit verstärkter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeitsdidaktik und interkultureller Bildung.
  • Förderung einer positiven „Kultur des Anderseins“ als Leitmotiv aller Aktivitäten des IKS.
  • Ausbau von internationalen Kurzzeit-Praktika in Abstimmung mit den Kooperationspartnern im „Symposion Network“, Organisation und Förderung der Kommunikation zwischen den österreichischen Lehrkräften und internationalen Praktikant*innen.

Die PH OÖ gestaltet ihre zahlreichen internationalen Partnerschaften, um akademische und forschungsbezogene Aktivitäten zu ermöglichen. Sie bietet ihren Studierenden und Mitarbeitenden zahlreiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zum wechselseitigen Austausch.

Maßnahmen

  • Regelmäßiger Austausch mit den Koordinator*innen der Partnerinstitutionen.
  • Engagement und Übernahme von verantwortlichen Positionen in internationalen Netzwerken durch Angehörige der Hochschule.
  • Regelmäßige Besuche von IKS Mitarbeiter*innen bei Partnerinstitutionen.
  • Verstärkte Förderung des akademischen Austausches von Kolleg*innen.
  • Unterstützung der Beteiligung der PH OÖ in internationalen Projekten.

5: Forschungszusammenarbeit auf globaler Ebene

Die Forschung an der PH OÖ orientiert sich an internationalen akademischen Standards und Kooperationen. Die Angehörigen der Hochschule engagieren sich im Rahmen der Möglichkeiten in internationalen Forschungsprojekten, insbesondere in jenen zu Forschungsschwerpunkten der Hochschule und des BMBWF.

Maßnahmen:

Nachhaltigkeitsstrategie

Präambel

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich verfolgt eine Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung gemäß eines „whole institution approach“ (Hochschulmanagement, Hochschullehre) mit Nachhaltigkeit als handlungsleitendem Prinzip. Ziel ist es, gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen und Studierenden ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Handlungskompetenzen in allen Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung auf lokaler und globaler Ebene zu entwickeln und eine Kultur der Nachhaltigkeit zu leben. Die Ausgestaltung einer Vision zur Nachhaltigkeit erfordert Möglichkeiten der aktiven Partizipation im Arbeits- und Bildungsalltag und zukunftsorientiertes Denken in allen Bereichen. Als umfassende Leitlinien dienen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (https://unric.org/de/17ziele).

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich versteht sich als Institution, in welcher Grundsätze einer nachhaltigen Lebens- und Lehrweise erarbeitet und vermittelt werden. Sie unterstützt Studierende und Lehrende, zukünftig als Multiplikator:innen einer „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ agieren zu können. Im Sinne einer Vorbildwirkung bemüht sie sich dabei um ein Klima des Wohlfühlens, um gegenseitigen Respekt und Fairness. Durch Kooperationen mit anderen Institutionen und Organisationen werden Lernräume eröffnet, die einen gegenseitigen Austausch und ein voneinander Lernen zu Themen der Nachhaltigkeit wie Umwelt- und Klimawandelbildung, sozialer und globaler Gerechtigkeit sowie ressourcenschonendem Handeln ermöglichen. Über gezielte Öffentlichkeitsarbeit informiert die Pädagogische Hochschule Oberösterreich über ihre Aktivitäten und liefert so auch Impulse für nachhaltiges Denken und Handeln außerhalb der Institution. Bereits vorhandene Zertifizierungen (ÖKOLOG, Klimabündnisbetrieb, Audit Hochschule und Familie, Bewegte Schule, Natur im Garten) tragen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie bei. Der Zertifizierungsprozess als Umweltzeichen-Hochschule wurde initiiert.

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich entwickelt ihre Nachhaltigkeitsstrategie im Einklang mit den Inhalten und Zielen der im Studienjahr 2022/23 im Rahmen eines partizipativen Prozesses entwickelten „Vision 2040“ und leistet damit einen Beitrag zu deren Umsetzung. Die Ziele und Maßnahmen für die kommenden Jahre umfassen fünf Handlungsfelder.

1 Verankerung der Themen „Nachhaltigkeit/Energieeffizienz und Klimaschutz“ sowie „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ in den Pflichtfachbereichen der Ausbildungscurricula für das Lehramt

„Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ soll als querschnittsorientierte Materie im Pflicht- und Wahlpflichtfach­bereich der bildungswissenschaftlichen und fachbezogenen Grundlagenausbildung in der Elementar-, Primarstufen-, Sekundarstufen- und Berufspädagogik, sowie der Inklusiven Pädagogik integriert werden. Didaktische Konzepte einer „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (fächerübergreifende, interdisziplinäre, projektorientierte Lehr-Lernformate) sollen als ein obligater Bestandteil in die pädagogische Ausbildung eingebunden werden.

Maßnahmen

  1. Die Themenfelder Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ werden in fachlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Hinsicht in die neu zu erarbeitenden Curricula der Sekundarstufe integriert.

  2. Die Themenfelder Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ werden in fachlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Hinsicht in den bestehenden Lehrveranstaltungsmodulen der Elementar-, Primarstufen-, Berufspädagogik und Inklusiven Pädagogik integriert.

  3. In die Evaluierungstools für Lehrveranstaltungen werden Items, welche Integration von Nachhaltigkeits­aspekten in den Lehrveranstaltungen abfragen, ergänzt.

2 Integration der Themen „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ und Nachhaltigkeit in die Forschungsstrategie

Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ sollen als ein Schwerpunkt im Forschungsportfolio etabliert werden. Durch Schaffen von Anreizen soll Forschung in den Bereichen aktiv gefördert und vorangetrieben und sukzessive auf breiterer Basis eine Expertise in diesem Themenbereich aufgebaut und entwickelt werden. Verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte werden als Qualitätsmerkmale in die Forschungstätigkeit integriert.


Maßnahmen

  1. Studierende werden zur Wahl von Nachhaltigkeitsthemen bei der Bearbeitung von Projektarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten ermutigt. Ein Pool von Themen mit Bezug zu Nachhaltigkeit/„Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ wird ausgelobt, für dessen Betreuung ein Team von Lehrenden die Verantwortung übernimmt.

  2. Interdisziplinäre und schulfachübergreifende Ansätze bei der Auswahl und Bearbeitung von Themen werden ermöglicht.

  3. Abschlussarbeiten zu Nachhaltigkeitsthemen werden prämiert, zum Beispiel im Rahmen eines „Tages der Nachhaltigkeit“.

  4. Es werden Nachhaltigkeitsverantwortliche (z.B. in Instituten, Fachbereichen, …) bestellt, welche Studierende unterstützen und begleiten. Diese dokumentieren Aktivitäten (in Forschung und Lehre) zum Thema Nachhaltigkeit.

  5. Der Forschungsbeirat nimmt Nachhaltigkeitsaspekte in die Bewertung von Forschungsprojekten auf.

3 Etablierung von „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ als Schwerpunkt im Fort- und Weiterbildungsprogramm

In ihrer Funktion als zentrale Institution für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften trägt die Hochschule zur (Weiter-)Qualifizierung im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ bei. Dazu sollen sowohl schulfachbezogene als auch fächerübergreifende und allgemein bildungswissenschaftliche Angebote beitragen (z.B. zum Thema „service learning“ oder zu Kooperationen mit außerschulischen (Bildungs-)Einrichtungen und Partner:innen).


Maßnahmen

  1. Bestehende Bildungsangebote werden auf Nachhaltigkeitsbezüge evaluiert und eine Bedarfsanalyse mit dem Ziel der Schaffung zielgruppenorientierter Bildungsangebote in Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Thema Nachhaltigkeit & Schule wird erstellt (z.B. Fortbildungsschwerpunkte, Erweiterungsstudien, Hochschul­lehrgänge, außerordentliche Masterstudien).

  2. Ein jährlicher Fortbildungsschwerpunkt zu einem Nachhaltigkeitsthema mit mehreren Veranstaltungen wird implementiert.

  3. Ein Hochschullehrgang zum Thema Nachhaltigkeit & Schule wird entwickelt und implementiert.

  4. In die Evaluierungstools werden Items, welche die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen abfragen, integriert.

4 Verankerung von Nachhaltigkeitsprinzipien im gesamten Bereich des Hochschulmanagements und der Hochschulverwaltung

Die Hochschule soll zu einem Modellraum für nachhaltiges Handeln im Alltag werden. Verwaltung und Management der Hochschule richten ihr gesamtes strategisches und operatives Handeln an Prinzipien der Nachhaltigkeit aus, machen diese Werte auch sichtbar und transportieren sie entsprechend nach außen. In allen Prozessen wird eine Orientierung an den Konzepten der Kreislaufwirtschaft, der Energie- und Materialeffizienz verfolgt.


Maßnahmen

  1. Die Hochschule leitet den Prozess zur Zertifizierung mit dem Umweltzeichen für Hochschulen ein. Basierend auf einer Selbstevaluation/SWOT-Analyse zu verschiedenen Bereichen einer nachhaltigen Entwicklung wird der Zertifizierungsprozess partizipativ aufgestellt und bildet so die Grundlage für einen breiten hochschulinternen Diskurs (Hochschulverwaltung, Lehrende, Studierende) über die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Der Zertifizierungsprozess formt weiters die Basis für die Außenkommunikation der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule.

  2. Das Abfallwirtschaftskonzept wird evaluiert und Möglichkeiten einer Kreislaufwirtschaft optimiert (z.B. direkte Verwertung von biologischen Abfällen aus dem Mensabetrieb).

  3. Der laufende Betrieb des Lehr- und Lehrgartens als fachlicher, inter- und transdisziplinärer Lernort für „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“, Umwelt- und im speziellen Klimabildung wird seitens Hochschulmanagement und Verwaltung bestmöglich gewährleistet, hierzu zählen beispielsweise notwendige finanzielle Ressourcen für den laufenden Betrieb, Anrechenbarkeit der Arbeitsstunden für Entwicklung und Betrieb im Beschäftigungsausweis der beteiligten Lehrpersonen und Unterstützung in organisatorischen Belangen durch die Verwaltung.

  4. Nachhaltige Mobilitätsformen werden gefördert.

  5. Öffentliche Veranstaltungen an der Hochschule sollen „Green Events” werden.

5 Öffentlichkeitsarbeit, Kooperation und Vernetzung mit hochschulischen und außerhochschulischen Institutionen und Initiativen

Die Werte und Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ werden im Rahmen des Außenauftrittes sichtbar gemacht. Aktive Kooperationen mit hochschulischen und außerhochschulischen Institutionen und Initiativen gewährleisten einen fachlichen, inter- und transdisziplinären Erfahrungs- und Wissensaustausch und den langfristigen Aufbau von Expertise in den Bereichen Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.


Maßnahmen

  1. Die Nachhaltigkeitsbeauftragten erheben und berichten jährlich neue Studien, Projekte, Abschlussarbeiten und Publikationen zu den Themen Nachhaltigkeit und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

  2. Die Nachhaltigkeitsseite der Homepage wird entsprechend der Informationen der Nachhaltigkeits­beauftragten jährlich aktualisiert.

  3. Es finden Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit durch das ÖKOLOG-Team und in Kooperation beispielsweise mit der VHS Linz und anderen Partner*innen als inter- und transdisziplinäres Aus- und Fortbildungsangebot statt (z.B. Ringvorlesung, „Tag der Nachhaltigkeit“).

6 Praxisschulen

Schaffung einer nachhaltigen und umweltbewussten Schulgemeinschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Schüler:innen, Lehrkräfte und Mitarbeiter:innen aktiv zur Nachhaltigkeit beitragen. 

Gelebtes Umweltbewusstsein im Schulalltag soll einen nachhaltigen Lebensstil bei den Schüler:innen fördern, was letztendlich zu einer Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks unserer Schule führt.


Maßnahmen

  1. Auf die Reduzierung des Papierverbrauchs durch Digitalisierung und doppelseitiges Drucken wird geachtet.

  2. Aufräumaktionen in der Umgebung der Schule werden initiiert.
  3. Nachhaltigkeitsthemen werden von den Lehrpersonen in den Schulalltag implementiert (Projekte und Workshops).
  4. Einbindung der Schulgemeinschaft in Nachhaltigkeitsinitiativen unserer Schule.

Personal- und Personalentwicklungsstrategie

Präambel

(1) Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich richtet die Gewinnung, den Einsatz und die Entwicklung von Personal an ihren selbst gesetzten strategischen Zielen, am Ziel- und Leistungsplan des Bundesministeriums sowie an den im Entwicklungsplan für Pädagogische Hochschulen verankerten Umsetzungszielen (PH-EP 2021-2026, Kap. 4.7) aus. Dazu zählt die Steigerung des Anteils an Stammpersonal, vor allem mit Doktorat, Habilitation bzw. habilitationsadäquater Qualifikation, die kontinuierliche Qualifizierung des Personals sowohl für die autonomen Managementbereiche der Hochschule als auch für Forschung und Entwicklung sowie die durchgängige Stärkung von Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthemen.

(2) Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich übernimmt in ihrer Rolle als nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums ein breit gefächertes Aufgabenbündel für eine Vielzahl an externen Anspruchsgruppen, insbesondere im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen (kurz: Lehre), bei der Beratung von Schulen im Rahmen ihrer Entwicklung (kurz: Schulentwicklungsberatung) und auf dem Gebiet (vorrangig: berufsfeldbezogener) Forschung. Hinzu kommen interne Anspruchsgruppen und Vorhaben zur Hochschulentwicklung. Sowohl aus dem formalen, organisationsrechtlichen Rahmen als auch aus den vielschichtigen inhaltlichen Aufgaben folgen für das Personalmanagement spezifische Herausforderungen.

(3) Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich ist Dienstort für unterschiedliche Personengruppen, nämlich für Stammlehrende (inkl. Dienstzugeteilte) und für mitverwendete Lehrende, für Lehrerinnen und Lehrer an den eingegliederten Praxisschulen sowie für Verwaltungspersonal und Honorarkräfte. Ihnen allen bietet die Hochschule ein förderliches Arbeitsumfeld, wofür im Gegenzug neben Loyalität auch Engagement erwartet wird. Darüber hinaus erwartet die Hochschule pädagogisches Grundverständnis bzw. Engagement für das Bildungssystem digitale Affinität und Aufgeschlossenheit gegenüber Diversität sowie insbesondere von den Lehrenden Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung, Offenheit für die „Third Mission“.

Einleitung

Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich zielt mit ihrer Personal- und Personalentwicklungsstrategie auf die Passung gesellschaftlicher, bildungssystemischer und hochschulischer Bedarfe einerseits sowie legitimer Bedürfnisse von Hochschulangehörigen andererseits. Die Überlegungen fokussieren ausgehend von der im Studienjahr 2023/24 im Rahmen eines partizipativen Prozesses erarbeiteten „Vision 2040“ auf eine kurze bis mittlere Frist von etwa sieben Jahren (Zeitdimension) und sie haben darüber hinaus nicht den Anspruch, alle Aktivitäten im Personalmanagement abzubilden (Sachdimension). Auf den folgenden Seiten finden sich Ausführungen zu den drei großen Personalkategorien der Hochschule (Sozialdimension), nämlich zum Personal in Lehre, Forschung und Entwicklung (Abschnitt 1), zum Personal in der Verwaltung (Abschnitt 2), zum Personal im „Third Space“ (Abschnitt 3) sowie zum Personal in den Praxisschulen (Abschnitt 4).

Leitende Prinzipien

  1. Personal als strategische Ressource und erfolgskritisches Element der Potentialqualität

  2. Effektivität und Effizienz als Entscheidungskriterien beim Einsatz von Personalressourcen

  3. Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Dienstpflichten und familiären Betreuungspflichten


Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich orientiert sich bei der Bestimmung ihres Personalbedarfs vor allem an der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben, an ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und an den festgelegten inhaltlichen Schwerpunkten. Personalressourcen werden effektiv und effizient eingesetzt, was die enge interne und externe Abstimmung der verantwortlichen Bereiche und Stellen erfordert. Um alle Hochschulangehörigen bei der Vereinbarkeit ihrer dienstlichen und familiären Pflichten zu unterstützen, werden im Rahmen des Audits „Hochschule und Familie“ konkrete Vorhaben umgesetzt.


Maßnahmen

  1. Klare Definition von zentraler Prozesse im Personalmanagement von On- bis Offboarding

  2. Fortführung des Audit „Hochschule und Familie“ zusammen mit entsprechender Re-Zertifizierung

1 Personal in Lehre, Forschung und Entwicklung

Zentrale Herausforderung in diesem Bereich ist in den kommenden Jahren das Finden einer möglichst guten Balance zwischen dem kurzfristig im Sinne einer gesellschaftlichen Verantwortung erforderlichen Beitrag der Hochschule zur Bewältigung des hohen Bedarfs an Lehrpersonal in den Schulen durch die Lehre in Aus-, Fort- und Weiterbildung einerseits sowie den für eine Hochschule strategisch besonders bedeutsamen Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung einschließlich der Schulentwicklungsberatung andererseits.


Leitende Prinzipien

  1. Einheit von Forschung und Lehre als Grundlage intrinsisch motivierter tertiärer Personalentwicklung

  2. Ausgewogenheit von Stammlehrenden (inkl. Dienstzugeteilten), Mitverwendeten und Honorarkräften


Als tertiäre bzw. universitäre Einrichtung sieht die Hochschule die Einheit von Forschung und Lehre als wesentlichen Faktor stark intrinsisch motivierter Personalentwicklung, die um Fort- und Weiterbildungs­angebote in Bereichen wie (Hochschul-) Didaktik, Diversität und Digitalität ergänzt wird. Sowohl für die Aufgaben in der Lehre, in der Forschung und in der Schulentwicklungsberatung als auch für jene in der Hochschulentwicklung stellt die strukturelle Verschränkung von schulischem und hochschulischem Feld durch den Mechanismus der „Mitverwendung“ von Personal weiterhin einen strategisch relevanten Faktor dar. 


Maßnahmen

  1. Erstellung eines rollierenden, auf drei Jahre ausgelegten Nachbesetzungsplans für Lehrpersonal

  2. Führung strukturierter Karrieregespräche durch das Rektorats mit allen Stammlehrenden

  3. Förderung von Stammlehrenden, die an der Finalisierung ihrer Dissertation/Habilitation arbeiten

  4. Zunächst befristete Anstellung mit vereinbarten Bedingungen für eine angestrebte Entfristung

  5. Klare Kriterien für die und nachvollziehbare Entscheidungen bei der Vergabe von Leistungsprämien

  6. Fort- und Weiterbildungsangebote mit Fokus auf (Hochschul-)Didaktik, Diversität und Digitalität

  7. Balance des Bedarfs in Lehre, Forschung & Entwicklung sowie im „Third Space“ bei Berufungen

2 Personal in der Verwaltung 

Zentrale Herausforderung in diesem Bereich ist in den kommenden Jahren weiterhin die Gewinnung und die langfristige Bindung von qualifizierten und motivierten Mitarbeiter:innen in der Verwaltung. Angesichts des begrenzten Spielraums braucht es hier vor allem Alternativen zu klassischen Instrumenten des Personalmanagement, wozu neben einer Förderung der Vereinbarkeit dienstlicher und familiärer Pflichten (siehe oben) auch Personalentwicklung als Instrument genutzt werden kann (z.B. durch „job enrichment“).


Leitende Prinzipien

  1. Stärkung der Position auf dem Arbeitsmarkt als attraktive Dienstleistungsorganisation


Im Bereich der Verwaltung ist die Hochschule durch ihre unmittelbare Konkurrenzsituation am Arbeitsmarkt zunehmend herausgefordert, im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten ihre Attraktivität als Dienststelle zu erhöhen, z.B. durch Personalmarketing und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. 


Maßnahmen

  1. Personalmarketing und Markenaufbau („Employer Branding“) zur Steigerung der Attraktivität

  2. Fort-/Weiterbildungsmaßnahmen, Förderung bei Weiterqualifizierung (z.B. Berufsreifeprüfung)

3 Personal in den Praxisschulen

Zentrale Herausforderung in diesem Bereich ist in den kommenden Jahren die Entwicklung der Praxisschulen zu Modell- und Forschungsschulen


Leitende Prinzipien

  1. Entwicklung der Praxisschulen zu Modell- und Forschungsschulen

  2. Ausbau der Forschungskompetenz in den Praxis- bzw. Modell- und Forschungsschulen


Es ist erklärtes Ziel des Bundesministeriums, die Praxisschulen zu Modell- und Forschungsschulen weiterzuentwickeln. Dies sollte nicht auf den klassischen „Transfer“ von Ergebnissen und Erkenntnissen aus den hochschulischen Forschungsaktivitäten beschränkt bleiben, sondern auch die schulische Forschung selbst gezielt fördern. Dies erfordert nicht nur strukturelle und organisatorische Maßnahmen sowie eine stärkere strategische Einbindung der Praxisschulen in die Forschungs­aktivitäten der Hochschule, sondern auch den Ausbau der Forschungskompetenzen in den Praxis- bzw. Modell- und Forschungsschulen selbst.

4 Personal im „Third Space“

Zentrale Herausforderung in diesem Bereich bleibt in den kommenden Jahren die zeitgemäße Erfüllung von Aufgaben auf dem Gebiet der akademischen Hochschuladministration, beispielsweise in Bereichen wie Qualitätsmanagement, Recht und Compliance, Forschungsservice, Kommunikation oder Personalentwicklung. In Ermangelung einschlägiger Planstellen weicht die Hochschule hier in bewährter Weise in den sogenannten „Third Space“, also in die Schnittmenge zwischen dem akademischen und dem administrativen Feld, aus.


Leitende Prinzipien

  1. Ausbau des „Third Space“ zur Schaffung von Stellen der akademischen Hochschuladministration

  2. Stärkung der Hochschule als Praxismodell für theoretisch reflektiertes Bildungsmanagement


Die derzeit gegebenen Rahmenbedingungen erfordern bestmögliche Nutzung von bestehenden Spielräumen sowie vorausschauende Gestaltung von Personalsuche, Personalauswahl und Personalentwicklung für den gezielten Aufbau des „Third Space“. Hierzu werden die vorhandenen Möglichkeiten der Hochschule, allen voran die Berufungsverfahren, die Mehrgliedrigkeit des Verwendungsprofils und die Beforschung der eigenen Praxis genutzt, um die Hochschule als Modell für reflektiertes Bildungsmanagement weiterzuentwickeln.


Maßnahmen

  1. Berücksichtigung der für im „Third Space“ benötigten Kompetenzen in Berufungsverfahren

  2. Bedachtnahme auf erforderlichen Managementkompetenzen in der mehrgliedrigen Verwendung

  3. Beteiligung am Diskurs der einschlägigen fachlichen Communities, v.a. in der D-A-CH-Region

Strategie für Forschung und Entwicklung

Präambel

Forschung ist ein zentraler, gesetzlich verankerter Leistungsbereich der Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Die vorliegende Strategie für Forschung und Entwicklung skizziert einen Rahmen für die an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich im Mittelpunkt stehende berufsfeldbezogene Forschung, die den Anspruch verfolgt, Theorie, Empirie und Praxis- bzw. Anwendungsbezug zu verbinden. Vor diesem Hintergrund will die Forschung der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich zu einem besseren Verständnis von Phänomenen und Problemen im Bildungswesen sowie in weiterer Folge zur Weiterentwicklung von Evidenz und theoretischen Modellen beitragen. Insbesondere will die Forschung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich darüber hinaus aktuelle Herausforderungen im Bildungswesen identifizieren, innovative Lösungsansätze entwickeln, erproben und evaluieren sowie letztlich eine Evidenzbasis für die Verbesserung sowohl von Bildungsprozessen als auch ihrer Rahmenbedingungen auf unterschiedlichen Ebenen, also auf der Mikro-, Meso- und Makro-Ebene (z.B. Unterricht, Einzelschule, Schulsystem) schaffen.

Strategische Zielsetzungen

  1. Orientierung an den von der Hochschule definierten inhaltlichen Schwerpunkten in Abstimmung sowohl mit ministeriellen Vorgaben als auch mit individueller Expertise von Hochschulangehörigen.

  2. Profilierung in der scientific community durch Beteiligung der Forscher:innen am nationalen und internationalen Diskurs im Rahmen von Projekten, Tagungen und Publikation in Fachzeitschriften.

  3. Positionierung der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich als Anlaufstelle für Praktiker:innen aus dem Bildungssystem in Hinblick auf Angebote für eine evidenzorientierte Praxis.

  4. Andocken der Forschung an Probleme der Praxis sowie Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von Lösungen gemeinsam mit Schulstandorten (z.B. im Rahmen von Schulentwicklungsberatung).

  5. Partnerschaftlicher Diskurs zwischen den Forscher:innen und den Entscheidungsträger:innen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene (z.B. Schulen, Bildungsdirektionen, Bundesministerium).

  6. Einrichtung förderlicher Organisationsstrukturen, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Hochschulangehörigen unterstützen (z.B. Fachbereiche, Nutzung der Teilrechtsfähigkeit).

  7. Gestaltung der eingegliederten Praxisschulen als Forschungs- und Entwicklungsräume für Angehörige der Schulen und der Hochschule (z.B. durch gemeinsame Projekte und Vorhaben).

 

Leitende Prinzipien

  1. Fokus auf berufsfeldbezogene Forschung und Entwicklung

  2. Verbindung von Theorie, Empirie und Praxis- bzw. Anwendungsbezug

  3. Orientierung an einschlägigen rechtlichen und ethischen Standards

  4. Bekenntnis zur Einheit von Forschung und Lehre als Grundlage tertiärer Personalentwicklung

  5. Institutionelle Mechanismen zur Unterstützung, Ressourcenausstattung und Qualitätssicherung

Inhaltliche Ausrichtung

Um die eingangs genannten Ansprüche erfüllen und die strategischen Zielsetzungen auf Basis der leitenden Prinzipien erreichen zu können, setzt die Forschung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich ein breites Spektrum an qualitativen und quantitativen Methoden ein, um den komplexen Charakter von Bildungsprozessen sowie deren Rahmenbedingungen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene angemessen zu erfassen. Die Hochschule verpflichtet sich dabei zur Einhaltung nicht nur rechtlicher, sondern auch ethischer Standards, allen voran jener der „Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen“ (ÖFEB).

Inhaltliche Schwerpunkte der Forschung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich sind:

  • Gestaltung von Bildungsprozessen zur Förderung von fachlichem und überfachlichem Lernen
    Analyse von Lehr- und Lernprozessen unter Berücksichtigung von Lern- und Entwicklungsmilieus, der kognitiven Voraussetzungen sowie der individuellen Bedürfnisse von Lernenden ab dem Vorschulalter (Elementarpädagogik) sowohl in der Allgemein- als auch in der Berufsbildung.
  • Lehrer:innen-Professionalisierung
    Untersuchung von Maßnahmen zur Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften, einschließlich der Förderung von pädagogischen Kompetenzen, Selbstreflexion und diversitätsbewusstem Unterricht.
  • Schulentwicklungsberatung
    Analyse von Organisationsstrukturen, Führungskonzepten und (Qualitäts-)Managementansätzen zur Steigerung der Effektivität und Effizienz von Bildungseinrichtungen bei der Erreichung von Bildungszielen (z.B. output, outcome und impact).
  • Inklusion
    Diese an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich auf eine lange Tradition zurückblickende Querschnittsmaterie wird möglichst in allen oben genannten Schwerpunkten berücksichtigt (siehe dazu auch die aktuelle Diversitätsstrategie der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich).

Dissemination und Transfer

Die Hochschule unterstützt den Austausch zwischen Forscher:innen und Entwickler:innen sowohl fach- und fachbereichsintern als auch fach- und fachbereichsübergreifend durch ein Bekenntnis zu förderlichen, d.h. Forschung und Entwicklung unterstützende organisationaler Strukturen sowie durch die Institutionalisierung regelmäßiger und/oder anlassbezogener kommunikativer Formate zu ausgewählten Schwerpunktthemen (z.B. Tage der Forschung).

Die Ergebnisse der Forschung sollen nicht nur wissenschaftlich in hochrangigen Organen für die scientific community publiziert, sondern auch zielgruppenorientiert für Praktiker:innen in unterschiedlichen beruflichen Handlungsfeldern des Bildungsbereichs (wie Bildungseinrichtungen, Bildungspolitik, Bildungs­verwaltung etc.) zugänglich gemacht werden. Dies umfasst beispielsweise die forschungsbasierte Entwicklung von praxisorientierten Handlungsempfehlungen, Fortbildungsprogrammen sowie Materialien zur direkten Anwendung im Unterricht und im Schul- bzw. Bildungsmanagement (einschließlich der Schulentwicklungsberatung).

Ebenso wichtig ist es, den Austausch zwischen der Forschung (also: der akademischen Praxis mit ihren wissenschaftlichen Theorien) und dem Berufsfeld (also: der schulischen Anwendungspraxis mit ihren Alltagstheorien) sowie insbesondere zwischen der Pädagogischen Hochschule und den eingegliederten Praxisschulen zu fördern, indem Praxiserfahrungen in die Forschung einfließen und gemeinschaftliche Projekte entstehen, die beide Seiten aktiv einbinden und eine gegenseitige Bereicherung ermöglichen. Ein wesentliches Momentum zur Unterstützung stellt hierbei die Weiterentwicklung der Praxisschulen zu Modell- bzw. Forschungs- und Entwicklungsschulen dar.

Qualitätssicherung und -entwicklung

Die Pädagogische Hochschule hat zahlreiche institutionelle Mechanismen zur Qualitätssicherung von Forschungsprojekten etabliert:

  • Eine Koordinations- und Servicestelle für Forschung unterstützt und berät Forscher:innen in allen Phasen des Forschungsprozesses, also von der Projektplanung über die Durchführung bis hin zur Dissemination und zum Transfer von Ergebnissen.
  • Ein interner Forschungsbeirat und externe Gutachter:innen tragen mit ihrer Fachexpertise dazu bei, dass Forschungsprojekte an den internationalen state of the art anschließen und das Niveau der Forschung kontinuierlich gesteigert wird.
  • Eine Kooperation mit JKU und PHDL im Linzer Zentrum für Bildungsforschung und Evaluation ermöglicht, dass den Mitarbeiter:innen eine Vielzahl an hochkarätigen Fortbildungsangeboten zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Ein internes Förderprogramm unterstützt die Angehörigen der Hochschule durch die Bereitstellung von Arbeitszeit­ressourcen (z.B. Lehrreduktion) sowie die Übernahme von Sach- und Reisekosten im Rahmen der budgetären Möglichkeiten.
  • Eine klare Definition von Prozessen für die Beantragung, Begutachtung und Bewilligung von Forschungsprojekten und Ressourcen (z.B. für die Teilnahme an Tagungen) sichert die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.

Maßnahmen

  1. Einrichtung einer Ethik-Kommission und Formulierung einer Rahmenrichtlinie zum Forschungsdatenmanagement im Forschungsbeirat

  2. Institutionelle Weiterentwicklung und personeller Ausbau der Koordinations- und Servicestelle für Forschung zur Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsstrategie

  3. Einrichtung einer institutionell verankerten und mit Personalressourcen ausgestatteten Stelle zur Dissemination von Forschungsergebnissen in die Praxis

  4. Weiterentwicklung der eingegliederten Praxisschulen zu gemeinsamen Modell- bzw. Forschungs- und Entwicklungsschulen für Angehörige der Schulen und der Hochschule

  5. Steigerung der internen Sichtbarkeit relevanter Akteur:innen (insbesondere Forschungsbeirat sowie Koordinations- und Servicestelle für Forschung) samt ihrer Funktionen und Aufgaben

  6. Steigerung der externen Sichtbarkeit der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit (z.B. Teilnahme an Tagungen und Beteiligung an Kooperationen, Präsentation von Publikationsschwerpunkten)

  7. Steigerung der öffentlichen Sichtbarkeit von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Hochschulangehörigen (z.B. „Forschungsvideos“, science-to-public-Aktivitäten)

  8. Entwicklung, Erprobung und Evaluierung einer Strategie für den Transfer von Forschung in die Anwendungspraxis des Bildungssystems (z.B. „practice briefs“)

  9. Verzahnung von Forschung und Fortbildung/Schulentwicklungsberatung­­ (z.B. durch Verortung der Schulentwicklungsberater:innen im Fachbereich Bildungswissenschaften/-management)

  10. Nachwuchsförderung (Masterarbeiten und Doktoratsprogramme) durch Bereitstellung von Ressourcen für die qualitätsvolle Betreuung (z.B. Lehrreduktionen)

  11. Institutionalisierung der internen Kommunikation unter Forscher:innen und Entwickler:innen (z.B. durch die Fachbereiche und einen regelmäßigen „Tag der Forschung“)

  12. Ausbau der Fortbildungsreihe für Lehrende und Forschende der Hochschule



News & Aktuelles

Die Praxisvolksschule der PH OÖ ist eine von fünf Schulen in Österreich, die am Schulversuch zur 6-jährigen Volksschule des Bildungsministeriums…

Mittleres Managment

Diese Woche (20. und 21. Oktober) fand das Kick-Off für unseren neuen, bundesweit einzigartigen Hochschullehrgang mit dem Titel „Mittleres Management…

Veranstaltungen

Zukunft Essen Flyer
Wie wir uns gesund, klimafreundlich und zukunftsfähig ernähren.