FORVET-Schwerpunkte

FORVET ist Ansprech- und Kooperationspartner in ausgewählten Kompetenz- und Themenbereichen derempirischen Berufsbildungsforschung zu beruflichen Lehren und Lernen in beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung an berufsbildenden Schulen, Betrieben und Hochschulen in (Ober-)Österreich.

Begabungs- und Begabtenförderung in der Dualen Ausbildung

Forschungsteam

Ramona Uhl in Kooperation mit Ulrike Kempter (Member oft he General Committe of ECHA international; Vizepräsidentin ECHA Österreich), Gerda Pichler-Promberger

Kurzbeschreibung

Begabung wird als "Potenzial des Menschen zu außergewöhnlicher Leistung" definiert (iPege, ÖZBF). Das Erkennen von Potenzialen ist auch in der Berufsbildung sowohl eine große Herausforderung als auch eine große Chance. Deshalb wurde ein Beobachtungstool entwickelt, dass die Einschätzungen der Begabung, insbesondere der praktischen Intelligenz, im Kontext eines beruflichen Handlungsfeldes ermöglichen soll. Es wird angenommen, dass sich Begabung über verschiedene Kompetenzen zeigt, d.h. über Fähigkeiten, "in Situationen unter Berücksichtigung der personalen Handlungsvoraussetzungen und der äußeren Handlungsbedingungen Ziele zu erreichen und Pläne zu realisieren" (Hof, 2002, S. 85).

Es ist davon auszugehen, dass je nach Berufsfeld jeweils unterschiedliche Kompetenzen relevant sind. Um ein möglichst breites Spektrum an Berufen abzudecken, umfasst das entwickelte Tool verschiedene Kompetenzen zur Einschätzung des Potenzials des Lehrlings. Dabei werden auch Lernpräferenzen (Denkmodalitäten) abgefragt, denn "damit letztere (außergewöhnliche Leistung auch möglich ist, muss sich der Mensch auf einen lebenslangen Lern- und Entwicklungsprozess einlassen" (ÖZBF, FAQ). Was es braucht, um aus dem eigenen Lernpotenzial schöpfen zu können, darüber können einerseits Präferenzen der Denk- und Lernmodalitäten Auskunft geben, andererseits können daraus geeignete methodisch-didaktische Wege der Förderung abgeleitet werden. Ein in der Forschung wie in der Berufswelt dürftig behandelter Aspekt von Potenzialen ist der Wahrnehmungsaspekt. Da jedoch für gewisse Berufssparten eine hohe Sensitivität in manchen Bereichen geradezu eine Grundvoraussetzung für hohe Leistung darstellt, wurde der Faktor Hohe Sensitivität in die Einschätzung der Potenziale mit aufgenommen.

Im Einsatz in der dualen Ausbildung können Akteure der Berufsbildung in Schule und Betrieb einbezogen werden, um die Potenziale von Lehrlingen zu identifizieren und systematisch zu fördern. Das entwickelte Tool wird interdisziplinär und in verschiedenen Berufsfeldern diskutiert, und in Kooperation mit Partnern der Berufsbildungspraxis evaluiert. Ziel ist eine Stärkung der Begabungs- und Begabtenförderung in der dualen Ausbildung.

Projekte

  1. Entwicklung und Implementierung eines Potenzialerfassungsbogens zur Erhebung der praktischen Intelligenz im dualen System
  2. Review zum Stand der Forschung und Praxis der Begabungs- und Begabtenförderung
  3. Erstellen eines Leitfadens zur Erhebung der Begabungen im Beruf Bildhauer*in
  4. Begabungs- und Begabtenförderung in der Ausbildung der Pharmazeutisch-kaufmännischen Ausbildung

Publikationen

  1. Uhl, R. & Kempter, U. (2020) (PH Oberösterreich & ECHA International): Potenziale in der Berufsbildung erkennen, fördern und weiterentwickeln – eine Vision im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Umsetzung.https://www.bwpat.de/spezial-ph-at1/uhl_kempter_bwpat-ph-at1.pdf
  2. Kempter, U., & Uhl, R. (2017). Begabungs-und Begabtenförderung im dualen System in Österreich. In C. Fischer, C. Fischer-Ontrup, F. Käpnick, F.-J. Mönks, & N. Neuber. Potenzialentwicklung. Begabungsförderung. Bildung der Vielfalt.: Beiträge aus der Begabungsforschung (S. 349-358). Waxmann
  3. Uhl, R., Kempter, U. & Dreer, S.  (Hrsg.). (2013). Begabungs- und Begabtenförderung im dualen Ausbildungssystem. Linz: Trauner ISBN 978-3-99033-253-5

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

  • Netzwerk: Begabungs- und Begabtenförderung im dualen System

Bei Interesse an Kooperationen melden Sie sich bitte per Email: ramona.uhl@ph-ooe.at

Berufliche Übergänge von Schule in Ausbildung und Beruf

Forschungsteam

Karin Heinrichs, Tanja Ramer, Michaela Schinko, Johanna Schweiger, Marianne Schedlberger & Anita Weissinger-Lusenberger

Kurzbeschreibung

Die erste Berufswahl und der Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. den Beruf stellen Jugendliche mehrfach vor Entscheidungen und auch vor Herausforderungen. Diese Übergänge sind wichtige Phasen der Orientierung und Entscheidung, die die (dauerhafte) Integration in das Erwerbsleben und die Teilhabe an der Gesellschaft, aber auch die Sicherung der Humanressourcen der Gesellschaft und der Fachkräfte wesentlich bestimmen. In diesem Forschungsschwerpunkt sollen unterschiedliche Bedingungen beruflicher Übergänge insbesondere von solchen Personen näher untersucht werden, die in besonderer Weise der Gefahr der Benachteiligung unterliegen und somit besonderer Unterstützung bedürfen. Wir beschäftigen uns mit Maßnahmen der Berufsorientierung und deren Wirkung, aber auch mit Fragen der Identifikation mit sowie des Verbleibs in Beruf und Betrieb nach der Erstausbildung. Es werden Problemstellungen und Angebote der Bildungspraxis vor dem Hintergrund von theoretischen Ansätzen und empirischen Befunden diskutiert. Ziel ist es, die Lage und Perspektiven der Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf in Österreich im Übergang Schule-Beruf durch empirische Studien zu erfassen, besondere Herausforderungen zu identifizieren, Maßnahmen zu evaluieren und in Entwicklungsprojekten zur Verbesserung von deren Chancen beizutragen. Die eigenen Studien fokussieren insbesondere die Bildungsgänge der Polytechnischen Schule und der dualen Ausbildung.

Forschungsprojekte

  1. Identifikation mit Beruf und Betrieb vor, während und nach der Ausbildung
  2. Sozial-emotionale und psychische Problemlagen bei Lehrlingen während der Berufsausbildung Fokus in Österreich - eine Bestandsaufnahme
  3. Schulisches Wohlbefinden von Schüler*innen in Polytechnischen Schulen
  4. Berufsorientierung an Polytechnischen Schulen - eine Längsschnittstudie zu den Potenzialen der PTSn zur Unterstützung von Jugendlichen im Übergang Schule-Beruf (BEPO)

Publikationen

  1. Heinrichs, K., Wuttke, E. & Stock, M. (2023): Identifikation mit dem Beruf und mit den Lern­orten Betrieb und Berufsschule – Ein Vergleich zwischen Auszubildenden aus Deutschland und Österreich. In bwp@ Profil 8: Netzwerke – Strukturen von Wissen, Akteuren und Pro­zessen in der beruflichen Bildung Digitale Festschrift für Bärbel Fürstenau zum 60. Geburts­tag, hrsg. v. Hommel, M./Aprea, C./Heinrichs, K., 1-25. Online: https://www.bwpat.de/profil8_fuerstenau/heinrichs_etal_profil8.pdf (14.09.2023).
  2. Heinrichs, K., Wuttke, E. & Kögler, K. (2022): Berufliche Identität, Identifikation und Beruflich-keit – Eine Verortung aus der Perspektive einer theoriegeleiteten empirischen Berufsbildungs-forschung. In: bwp@ Profil 7: Perspektiven wirtschafts- und berufspädagogischer sowie wirt-schaftsethischer Forschung. Digitale Festschrift für Gerhard Minnameier zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Hermkes, R./Bruns, T./Bonowski, T., 1-28. Online: https://www.bwpat.de/profil7_minnameier/heinrichs_etal_profil7.pdf (12.06.2022).
  3. Heinrichs, K., Buchegger-Traxler, A. & Prammer, W. (2022). AusBildungspflicht bis 18 in Österreich – Eine Chance für psychisch belastete Jugendliche im Übergang Schule-Beruf? In R. Stein & H.-W. Kranert. Psychische Belastungen in der Berufsbiografie. Bielefeld: wbv Media (Reihe Teilhab an Beruf und Arbeit, Bd. 4) https://www.wbv.de/shop/Psychische-Belastungen-in-der-Berufsbiografie-6004904
  4. Kärner, T., Heinrichs, K., Weiß, J.K. & Bottling, M. W. (2022). Zwischen Macht und Vertrauen: Beziehungsbezogene Belastung beim Übergang in den Lehrberuf. In R. Stein & H.-W. Kranert. Psychische Belastungen in der Berufsbiografie. Bielefeld: wbv Media (Reihe Teilhabe an Beruf und Arbeit, Bd. 4) https://www.wbv.de/shop/Psychische-Belastungen-in-der-Berufsbiografie-6004904
  5. Kärner, T., Weiß, J.K. & Heinrichs, K. (2021). A social perspective on resilience: social support and dyadic coping in teacher training, Empirical Research in Vocational Education and  T raining, 13(24):1-26, DOI: 10.1186/s40461-021-00126-y
  6. Obermeier, R., Heinrichs, K. & Prammer, W. (2022). Die Polytechnische Schule - ein unterschätzter Schultyp? Eine empirische Untersuchung zur Wahrnehmung der PTS durch Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern, R&ESource, 18, doi.org10.53349/resource.2022.i18.a1086
  7. Reinke, H. & Heinrichs, K. (2019): Lernende mit sozial-emotional schwierigen Ausgangslagen an beruflichen Schulen – Herausforderungen für Lehrkräfte an der Schnittstelle von pädagogischer Diagnostik, Förderung und Beratung. In K. Heinrichs & H. Reinke (Hrsg.). Heterogenität in der beruflichen Bildung. Im Spannungsfeld von Erziehung, Förderung und Fachausbildung (S. 63-77). Reihe Wirtschaft – Beruf - Ethik, Bielefeld: wbv-Verlag.
  8. Heinrichs, K., Reinke, H. & Ziegler, S. (2018). Besondere Problemlagen von Schülerinnen und Schülern in beruflichen Schulen – Entwicklung von Fallvignetten für die evidenzbasierte Lehrerbildung. In: B. Zinn (Hrsg.): Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung (S. 221-239). Stuttgart: Steiner Verlag.
  9. Heinrichs, K., Reinke, H. & Gruber, M. (2020). Betriebspraktika als Maßnahme der Berufsorientierung oder berufsfachlichen Kompetenzentwicklung? Eine Lehrplananalyse zu Zielen und Typen von Praktika im österreichischen Schulsystem, bwp@ Spezial 18: Österreichs Berufsbildung im Fokus der Diversität: Berufspädagogische Forschung an Pädagogischen Hochschulen zu Status quo, Herausforderungen und Implikationen, hrsg. v. Heinrichs, K., Albert, S., Christa, J., Jäger, N. & Uhl, R., Online: www.bwpat.de/spezial-ph-at1/heinrichs_etal_bwpat-ph-at1.pdf (18.11.2020)
  10. Reinke, H., Kärner, T. & Heinrichs, K. (2018). Analyse lern- und entwicklungsförderlicher Gestaltungsbedingungen beruflicher Praktika für berufsschulpflichtige Asylsuchende und Flüchtlinge: Befunde einer Tagebuchstudie, Unterrichtswissenschaft, 46(1), 43-60, doi: 10.1007/s42010-017-0008-2

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

Bei Interesse an dem Austausch oder Kooperationen im Rahmen des

  1. Wissenschafts-Praxis-Netzwerk zu Polytechnischen Schulen
  2. Wissenschafts-Praxis-Netzwerks zu psychischen Problemlagen im Übergang und in Ausbildung
  3. Sowie sonstigen Kooperationen im oben genannten Themenbereich

melden Sie sich bitte per Email bei Karin Heinrichs (karin.heinrichs@ph-ooe.at).

 

Konnektivität in der Dualen Ausbildung

Forschungsteam

Oskar Redhammer, Johanna Pichler, Christian Flotzinger

Kurzbeschreibung

Die duale Ausbildung liefert in Österreich seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräfteausstattung. Trotzdem gibt es Raum für Verbesserungen. So zeigt sich für die Kooperationstätigkeit zwischen den beiden Lernorten Berufsschule und Betrieb, insbesondere auf der Mikroebene, Handlungsbedarf. Lernortkooperation im dualen System, also die Verbindung zwischen der schulischen und betrieblichen Welt, wird in der Fachliteratur mit dem Begriff Konnektivität umschrieben. Das Ziel besteht darin, konnektive Lernanlässe zu schaffen, um die gelernten Inhalte an beiden Lernorten besser zu verknüpfen. Folgende Forschungsfragen bilden die Grundlage für die Forschungstätigkeiten:

  • Wie und unter welchen Voraussetzungen sind konnektive Lernanlässe realisierbar?
  • Welchen Beitrag können konnektive Lernanlässe zur Verbesserung der Kooperation der Lernorte Berufsschule und Betrieb leisten?
  • Welche methodisch-didaktischen Elemente können basierend auf theoretischen und empirischen Befunden für den Entwurf eines konnektiven Lernjournals zur Verbesserung der Konnektivität im dualen System abgeleitet werden?
  • Wie können konnektive Lernjournale für die duale Ausbildung konzipiert und eingesetzt werden?

Publikationen:

  1. Flotzinger, C. W. & Rechberger J. (2019). Kooperative Lernerlässe zur Verbesserung der Konnektivität im dualen System, In: Beiträge zur 6. Berufsbildungsforschungskonferenz (BBFK). Bielefeld: wbv Publikation.
  2. Flotzinger, C. W. & Pichler J. (2020). Das duale System als Spannungsfeld. Zwischen systemischer Qualität und institutioneller Autonomie In: Rainbacher P., Oberneder J., Wesenauer A. (Hrsg.). Warum Komplexität nützlich ist. Springer. Wiesbaden. S.151-169.
  3. Redhammer O., Pichler J. & Flotzinger C. W. (2023). Das konnektive Lernjournal als didaktisches Instrument zur Verbesserung der Konnektivität sowie der Lernortkooperation in der dualen Ausbildung.
  4. https://www.wbv.de/shop/Wie-wollen-wir-arbeiten-Berufliches-Lernen-zwischen-Tradition-und-Transformation-6004914

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

Bei Interesse an Kooperationen melden Sie sich bitte per Email: johanna2.pichler@ph-ooe.at

Qualitätsentwicklung und Digitalisierung in der Lehrer*innenbildung der Berufspädagogik

Forschungsteam

Nora Cechovsky; Johanna Pichler; Sandra Breitenberger

Kurzbeschreibung

Die Professionalisierung von Lehrkräften im Bereich der Berufspädagogik in Österreich ist ein bisher wenig beforschtes Feld. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung bedingt eine kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung. Seit dem Studienjahr 2020/21 werden am Institut für Berufspädagogik der PH OÖ Studien mit erhöhten Fernlehreanteilen durchgeführt. Diese Studien werden im Rahmen von Forschungsprojekten wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt.

Forschungsbereiche

  1. Begleitevaluation der Studien mit Fernlehreanteilen im Bereich Berufspädagogik
  2. Partizipative Qualitätsentwicklung in den Lehramtsstudien der Berufspädagogik

Ausgewählte Publikationen

Cechovsky, N., Malli-Voglhuber, C. & Pichler, J. (im Druck). Förderung der sozialen Interaktion in der Distance-Hochschullehre – Ergebnisse einer Evaluationsstudie im Masterstudium Educational Media an der PH OÖ. Tagungsband digiph #6.

Cechovsky, N. & Pichler, J. (2023). Online-Lehre in Lehramtsstudien der Berufsbildung. Methodik, Didaktik und Gestaltung der Lehrveranstaltungen. In Pausits, A., Fellner, M., Gornik, E., Ledermüller, K., & Thaler, B. (Hrsg.), Uncertainty in Higher Education: Hochschulen in einer von Volatilität geprägten Welt (S. 87–100). Münster: Waxmann.

Cechovsky, N., Pichler, J. & Schaferl, K. (2022). Soziale Interaktion und Soziale Präsenz in der Distanz- und Präsenzlehre an der Hochschule. In Schutti-Pfeil, G., Darilion, A., & Ehrenstorfer, B. (Hrsg.), Tagungsband, 10. Tag der Lehre der FH OÖ, Hochschuldidaktik gestern – heute – morgen (S. 48–58). Linz: FH Oberösterreich.

Cechovsky, N. & Kulcsar, R. (2021). Lernen als Weiterentwicklung oder Lernen als Zwang? Überzeugungen von angehenden Lehrkräften im Bereich Berufspädagogik. Zeitschrift für ökonomische Bildung, Sondernummer Jahresband DeGÖB 2021.

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

Bei Interesse an Kooperationen melden Sie sich bitte per Email bei Nora Cechovsky (Nora.Cechovsky@ph-ooe.at).

Finanzbildung an berufsbildenden Schulen

Forschungsteam

Nora Cechovsky, Wolfgang Kaiser-Mühlecker

Kurzbeschreibung

Im Herbst 2021 wurde in Österreich eine nationale Finanzbildungsstrategie präsentiert. Ziel dieser Strategie ist es, die finanzielle Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, um dadurch negative Auswirkungen fehlender Finanzkompetenz – wie etwa Überschuldung – zu vermeiden. Der Fokus der Strategie liegt u.a. auf der Zielgruppe der 6- bis 19-jährigen Schüler*innen, darunter fallen auch Lehrlinge im dualen System. Die finanzielle Kompetenz von Lehrlingen, die Finanzbildung sowie die Sicht von Lehrpersonen an Berufsschulen wurden im Forschungskontext bisher wenig beachtet. Aus diesem Grund werden im Rahmen dieses Forschungsschwerpunktes Projekte durchgeführt, die die finanzielle Bildung an berufsbildenden Schulen insbesondere der Berufsschule genauer untersuchen und stärken. Dies umfasst beispielsweise Interviewstudien mit Lehrpersonen oder die Erhebung des Stands der Financial Literacy bei Schülerinnen und Schülern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Lehrplans sowie der gezielten Weiterentwicklung und Evaluation des Unterrichts zum finanziellen Themen an den Schulen.

Forschungsprojekt

  • Tax knowledge of Austrian Student: Im Rahmen dieses Projektes wurden Schülerinnen und Schüler von Handelsakademien in Österreich u.a. zu ihrem Steuerwissen, ihren Einstellungen und ihren Verhaltensintentionen in Bezug auf Steuerehrlichkeit befragt. Mit Hilfe eines Mixed-Methods Designs wurden Interviews und eine Fragebogenerhebung durchgeführt.

Publikationen

  1. Cechovsky, N. & Doppler, M. (2022). Das Verständnis und die curriculare Abbildung von finanzieller Kompetenz: eine Interviewstudie bei Berufsschullehrpersonen. bwp@ Spezial AT-4: Beiträge zum 15. Österreichischer Wirtschaftspädagogik-Kongress, 1-18. Zugriff am 07.06.2023. Verfügbar unter http://www.bwpat.de/wipaed-at4/cechovsky_doppler_wipaed-at_2022.pdf
  2. Greimel-Fuhrmann, B., Cechovsky, N. & Riess, J. (2021). Finanzbildung – „Life Skill“ zur Erschließung der Welt? Pädagogische Rundschau. 75,1, 47-58
  3. Cechovsky, N. (2020). Tax Literacy of Austrian Students. A Mixed Methods Study of Tax Knowledge and Tax Compliance among Students from Business Colleges. In: Forschungsreihe des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Wirtschaftsuniversität Wien, Hrsg. Bettina Fuhrmann, Richard Fortmüller. Wien: facultas.
  4. Cechovsky, N. & Steininger, R. (2020). Steuerbildung als ein Teil der ökonomischen Bildung. Theoretische Ansätze und empirische Befunde zur Steuerehrlichkeit. Zeitschrift für ökonomische Bildung (19/20), 1-19.

 

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

Bei Interesse an Kooperationen melden Sie sich bitte per Email bei Nora Cechovsky (nora.cechovsky@ph-ooe.at).

Werte, Moral- und Demokratieerziehung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Forschungsteam

Karin Heinrichs, Tanja Ramer, Michaela Schinko, Johanna Schweiger, Anita Weissinger-Lusenberger

Kurzbeschreibung

Professionelles Handeln wird häufig mit grundlegenden, handlungsleitenden Werten und Einstellungen verbunden. Zudem findet berufliches Handeln im Rahmen einer Erwerbstätigkeit und damit in ökonomischen Kontexten, häufig auch in Organisationen, statt. Es kann insofern zu ethischen Herausforderung kommen, als es gilt, berufliche Ideal- und Wertevorstellungen unter gegebenen, teils restriktiven Bedingungen zu balancieren, Grenzen der eigenen Handlungsmöglichkeiten und Verantwortung zu setzen sowie in den gegebenen Spielräumen verantwortungsvoll und ethisch angemessen zu handeln. Es gilt zu untersuchen und zu diskutieren, wie wir zukünftige Berufstätige fördern können, ein berufliches Ethos, Ideal- und Sinnkognitionen ihrer Beruflichkeit zu entwickeln, Entscheidungen in moralrelevanten Situationen zu begründen und in Übereinstimmung mit ihren Urteilen zu handeln. Insofern haben die berufsbildenden und auch die Berufsschulen einen Beitrag zur Demokratie- und Umwelterziehung der Jugendlichen zu leisten. Ebenso ist der Bedarf einer Auseinandersetzung mit Werten und ethischer Reflexion von Berufstätigen auch über die Lebensspanne wesentlich, u.a. auch von Lehrpersonen. Im diesem Themenschwerpunkt werden zu moralrelevanten Situationen im beruflichen und wirtschaftlichen Kontexten Erkenntnisse der moralpsychologischen Grundlagenforschung ebenso diskutiert wie Konzepte der Moral- und Umwelterziehung in beruflichen Kontexten entwickelt, implementiert und evaluiert.

Forschungsprojekte

  1. Lehrkräfteethos und Förderung wertschätzender Beziehungen im Unterricht
  2. VaKE in der Berufsbildung
  3. Ethische Herausforderungen in Kooperationssituationen
  4. Umwelterziehung in beruflichen Schulen – Happy Littering

Publikationen

  1. Heinrichs, K., Siegfried, C. & Weinberger, A. (2023). Potentiale der Unterrichtskonzeption VaKE (Values and Knowledge Education) in der Berufsbildung – erste Befunde einer Interventionsstudie. In R. Bauer, E. Süss-Stepancik & R. Petz (Hrsg.), Perspektiven auf die Berufsbildung: Rück- und Ausblick. Forschungsperspektiven Sonderband 5 (S. 85-103). LIT Verlag. https://doi.org/10.52038.9783643511355_5  
  2. Siegfried, C. & Heinrichs, K. (2020): Ansätze problembasierten, kooperativen Lernens zur Förderung ökonomischer und moralischer Kompetenzen – eine Pilotstudie bei angehenden Bank¬kaufleuten. In: bwp@ Profil 6: Berufliches Lehren und Lernen: Grundlagen, Schwerpunkte und Impulse wirtschaftspädagogischer Forschung. Digitale Festschrift für Eveline Wuttke zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Heinrichs, K./Kögler, K./Siegfried, C., 1-26. Online: www.bwpat.de/profil6_wuttke/siegfried_heinrichs_profil6.pdf (08.09.2020).
  3. Oser, F., Heinrichs, K., Bauer, J. & Lovat, T. (Eds.). (2021). International Handbook of Teachers‘ Ethos. Strengthening Teachers, Supporting Learners. Cham: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-030-73644-6
  4. Heinrichs, K., Ziegler, S. & Warwas, J. (2021). Teacher ethos as intention to implement appreciation in teacher-student relations—A closer look at underlying values and behavioral indicators. In F. Oser, K. Heinrichs, J. Bauer & T. Lovat (Eds.). International Handbook of Teachers‘ Ethos. Strengthening Teachers, Supporting Learners (237-260). Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-73644-6_15
  5. Heinrichs, K., Forster-Heinzer, S., & Holtsch, D. (2021). Analyse und Perspektiven empirischer Forschung zu ökonomisch kompetentem und verantwortungsvollem Handeln. In K. Beck & F. Oser (Hrsg.). Resultate und Probleme der Berufsbildungsforschung: Festschrift für Susanne Weber (S. 141-160). wbv-Verlag: Bielefeld
  6. Duyvenbode v., B. & Heinrichs, K. (2021). Happy Littering Umwelterziehung an Berufsschulen im Spannungsfeld moralischer Kognition und Emotion. R&ESource, 16, Online: https://doi.org/10.53349/resource.2021.i16.a989
  7. Gutzwiller-Helfenfinger, E./Heinrichs, K./Schadt, C./Latzko, B. (2022): Eine nicht triviale Frage: Braucht es Konstrukte der Emotion und Motivation, um das Happy Victimizer Pattern zu erklären? In: bwp@ Profil 7: Perspektiven wirtschafts- und berufspädagogischer sowie wirtschaftsethischer Forschung. Digitale Festschrift für Gerhard Minnameier zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Hermkes, R./Bruns, T./Bonowski, T., 1-35. Online: https://www.bwpat.de/profil7_minnameier/gutzwiller-helfenfinger_etal_profil7.pdf (12.06.2022).
  8. Heinrichs, K., Gutzwiller-Helfenfinger, E., Latzko, B., Minnameier, G. & Döring, B. (2020): Happy-Victimizing in adolescence and adulthood – Empirical findings and further perspectives, Frontline Learning Research, 8(5), 5-23, doi: https://doi.org/10.14786/flr.v8i5.385
  9. Heinrichs, K., Kärner, T., & Reinke, H. (2020). An action-theoretical approach to the ‘Happy Victimizer’ Pattern – Exploring the role of moral disengagement strategies on the way to action, Frontline Learning Research, 8(5), 24-46. doi: https://doi.org/10.14786/flr.v8i5.386
  10. Heinrichs, K., Schadt, C. & Weinberger, A. (2019). Moralische Entscheidungen in beruflichen Kontexten – Empirische Befunde und Perspektiven für die berufliche Bildung, BWP - Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Heft 4, Themenheft “Werte in der Berufsbildung”, 14-18
  11. Heinrichs, K. & Ziegler, S. (2018). Commitment to develop appreciative relationships in school. Nonviolent communication as an approach to specify a facet of teacher ethos. In A. Weinberger, H. Biedermann, J.-L., Patry & S. Weyringer (Eds.). Professionals Ethos and Education for Responsibility (pp. 137–149) [Series Moral Development and Citizenship Education, Band: 14]. Rotterdam: Sense Publisher
  12. Heinrichs, K., Minnameier, G., Latzko, B. & Gutzwiller-Helfenfinger, E. (2015). „Don’t worry, be happy“? – Das Happy-Victimizer-Phänomen im berufs- und wirtschaftspädagogischen Kontext, Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 111. Band, Heft 1 (2015), 32-55

Wissenschafts-Praxis-Kooperation

Bei Interesse an Kooperationen oder dem Austausch im Rahmen des Wissenschafts-Praxis-Netzwerks „Werte- und Moralerziehung in der Berufsbildung“ melden Sie sich bitte per Email bei Karin Heinrichs (karin.heinrichs@ph-ooe.at).

 

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