Forschung und Entwicklung
Forschung ist ein zentraler, gesetzlich verankerter Leistungsbereich der Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Auf dieser Grundlage betreiben wir berufsfeldbezogene Forschung mit dem Anspruch, Theorie, Empirie und Praxis- bzw. Anwendungsbezug zu verbinden. Damit wollen wir zu einem besseren Verständnis von Phänomenen und Problemen im Bildungswesen sowie in weiterer Folge zu einer Weiterentwicklung von Evidenz und theoretischen Modellen beitragen. Darüber hinaus wollen wir aktuelle Herausforderungen im Bildungswesen identifizieren, innovative Lösungsansätze entwickeln, erproben und evaluieren sowie letztlich eine Evidenzbasis für die Verbesserung sowohl von Bildungsprozessen als auch ihrer Rahmenbedingungen auf unterschiedlichen Ebenen, also auf der Mikro-, Meso- und Makro-Ebene (z.B. Unterricht, Einzelschule, Schulsystem) schaffen.
Leitende Prinzipien
- Fokus auf berufsfeldbezogene Forschung und Entwicklung
- Verbindung von Theorie, Empirie und Praxis- bzw. Anwendungsbezug
- Orientierung an einschlägigen rechtlichen und ethischen Standards
- Bekenntnis zur Einheit von Forschung und Lehre, ergänzt um Transfer
- Institutionelle Mechanismen zur Unterstützung und Qualitätssicherung
Inhaltliche Ausrichtung
Um die oben genannten Ansprüche erfüllen zu können, setzen wir ein breites Spektrum an qualitativen und quantitativen Methoden ein, um den komplexen Charakter von Bildungsprozessen sowie deren Rahmenbedingungen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene angemessen zu erfassen. Die Hochschule verpflichtet sich dabei zur Einhaltung nicht nur rechtlicher, sondern auch ethischer Standards, allen voran jener der „Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen“ (ÖFEB).
Inhaltliche Schwerpunktsetzungen sind geprägt durch bildungspolitische Schwerpunkte des Bundesministeriums (aktuell bspw. früher Bildungsabbruch, Resilienz von Schüler:innen, fachfremder Unterricht, Sprachunterricht und Lesekompetenz, Attraktivierung des Lehrerinnen- und Lehrerberufs, Kinderschutz und Kinderrechte, Elementarpädagogik, Wissenschafts- und Demokratieverständnis, Nachhaltigkeit oder Klimaschutz), durch bundesweite Schwerpunkte der Hochschule gemäß Ziel- & Leistungsplan (aktuell bspw. Inklusion, digitale und medienpädagogische Bildung, empirische Bildungsforschung, Berufspädagogik oder ethische Bildung) sowie letztlich durch interne Schwerpunkte (aktuell bspw. Lehr- und Lernforschung, Schulentwicklung und Schulsystem, Lehrer*innenbildung und Professionalisierung, Lehrperson und Lehrer*innenbild, Inklusive Bildung).
Dissemination und Transfer
Die Hochschule unterstützt den Austausch zwischen Forscher:innen und Entwickler:innen sowohl fach- und fachbereichsintern als auch fach- und fachbereichsübergreifend durch ein Bekenntnis zu förderlichen, d.h. Forschung und Entwicklung unterstützende organisationaler Strukturen sowie durch die Institutionalisierung regelmäßiger und/oder anlassbezogener kommunikativer Formate zu ausgewählten Schwerpunktthemen (z.B. Tage der Forschung).
Die Ergebnisse der Forschung sollen nicht nur wissenschaftlich in hochrangigen Organen für die scientific community publiziert, sondern auch zielgruppenorientiert für Praktiker:innen in unterschiedlichen beruflichen Handlungsfeldern des Bildungsbereichs (wie Bildungseinrichtungen, Bildungspolitik, Bildungsverwaltung etc.) zugänglich gemacht werden. Dies umfasst beispielsweise die forschungsbasierte Entwicklung von praxisorientierten Handlungsempfehlungen, Fortbildungsprogrammen sowie Materialien zur direkten Anwendung im Unterricht und im Schul- bzw. Bildungsmanagement (einschließlich der Schulentwicklungsberatung).
Ebenso wichtig ist es, den Austausch zwischen der Forschung (also: der akademischen Praxis mit ihren wissenschaftlichen Theorien) und dem Berufsfeld (also: der schulischen Anwendungspraxis mit ihren Alltagstheorien) sowie insbesondere zwischen der Pädagogischen Hochschule und den eingegliederten Praxisschulen zu fördern, indem Praxiserfahrungen in die Forschung einfließen und gemeinschaftliche Projekte entstehen, die beide Seiten aktiv einbinden und eine gegenseitige Bereicherung ermöglichen. Ein wesentliches Momentum zur Unterstützung stellt hierbei die Weiterentwicklung der Praxisschulen zu Modell- bzw. Forschungs- und Entwicklungsschulen dar.
Institutionelle Mechanismen zurQualitätssicherung und -entwicklung
- Ein Zentrum Forschungsmanagement unterstützt und berät Forscher:innen in allen Phasen des Forschungsprozesses, also von der Projektplanung über die Durchführung bis hin zur Dissemination und zum Transfer von Ergebnissen.
- Ein interner Forschungsbeirat und externe Gutachter:innen tragen mit ihrer Fachexpertise dazu bei, dass Forschungsprojekte an den internationalen state of the art anschließen und das Niveau der Forschung kontinuierlich gesteigert wird.
- Eine Kooperation mit der Universiät Linz und der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz im Linzer Zentrum für Bildungsforschung und Evaluation ermöglicht, dass Mitarbeiter:innen hochkarätige Fortbildungsangebote zu unterschiedlichen Themen offenstehen.
- Ein internes Förderprogramm unterstützt die Angehörigen der Hochschule durch die Bereitstellung von Arbeitszeitressourcen (z.B. Lehrreduktion) sowie die Übernahme von Sach- und Reisekosten im Rahmen der budgetären Möglichkeiten.
- Eine klare Definition von Prozessen für die Beantragung, Begutachtung und Bewilligung von Forschungsprojekten und Ressourcen (z.B. für die Teilnahme an Tagungen) sichert die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
Kontakt
Zentrum Forschungsmanagement
E-Mail: forschungsservice@ph-ooe.at
HS-Prof. Dr. Christoph Weber
Leiter Zentrum Forschungsmanagement
Hochschulprofessor für empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Forschungsmethoden und Evaluation
Telefon: +43 732 7470-7179
E-Mail: christoph.weber@ph-ooe.at



