Wir Wollen’s Wissen! (W3) Wie es um die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler steht! - Dokumentation des Lernverlaufs als Ausgangslage für Schul- und Unterrichtsentwicklung

Ein Projekt des Linzer Zentrums für Bildungsforschung und Evaluation in Kooperation mit Bildungsdirektion Oberösterreich.

Vor dem Hintergrund von national wie international substanziellen Anteilen von Schüler/innen, die nach der Pflichtschulzeit zentrale Grundkompetenzen nicht ausreichend erworben haben, rücken Ansätze zur Sicherung eines ausreichenden Kompetenzerwerbs zunehmend in den Fokus von Bildungsforschung und Bildungspolitik. Das in den 1960er Jahren entstandene Konzept des Formativen Assessments (FA) wird in diesem Zusammenhang als erfolgsversprechendes Modell gehandelt. Die Idee des FA ist einfach: diagnostische Informationen werden erhoben und anschließend zur Optimierung von Lehr-Lern-Prozessen genutzt. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Nutzung dieser Informationen für Unterrichtsentwicklung und individuelle Förderung nicht immer im erhofften Ausmaß passiert. Eine besondere Form zur Gewinnung diagnostischer Informationen stellt die Lernverlaufsdiagnostik dar. Dabei werden in kurzen Abständen über das Schuljahr verteilt diagnostische Tests durchgeführt, die den Lernverlauf der Schüler/innen sichtbar machen sollen und somit engmaschig Informationen als Basis für individualisierte Fördermaßnahmen liefern. Im Rahmen des Projekts Wir Wollen’s Wissen (W3) wird 28 Volksschulen das internetbasierte Lernverlaufsdiagnostiktool quop (www.quop.de) für Lesen und Mathematik über vier Jahre (Begleitung eines Jahrgangs von der ersten Klasse bis zum Ende der vierten Klasse) zur Verfügung gestellt. Das Projekt geht u.a. folgenden drei Fragestellungen nach: (1) Wie sehen Lehrkräfte die Anwendbarkeit und den Nutzen des für Deutschland entwickelten Tools für den Unterricht an österreichischen Volksschulen? (2) Unterscheidet sich die Leistungsentwicklung in Mathematik und Lesen zwischen Klassen an Projektschulen und einer Gruppe von Kontrollklassen? (3) Bestehen Leistungsentwicklungsunterschiede zwischen den Projektschulen bzw. -klassen? Können etwaige Entwicklungsunterschiede durch Unterschiede im Unterstützungsangebot (begleitende Fortbildung) erklärt werden?

Im Zuge der pandemiebedingten Schulschließungen wurde eine Zusatzstudie zum Lernen während des Lockdowns durchgeführt.

Kontakt: Christoph Weber 

Publikationen aus dem Projekt

Weber, C., Helm, C. & Kemethofer, D. (2023). Fernunterricht in der Primarstufe während des Lockdowns – Ergebnisse aus einer laufenden Längsschnittuntersuchung. In S. G. Huber, C. Helm & N. Schneider (Hrsg.), COVID-19 und Bildung. Studien und Perspektiven (S. 615–635). Waxmann.

Förster, N., Weber, C., Forthmann, B., Helm, C. & Kemethofer, D. (2023). Kompensation von pandemiebedingten Lernlücken: Welche Rolle sollte die Diagnostik spielen?. Zeitschrift für Bildungsforschunghttps://doi.org/10.1007/s35834-023-00395-5 

Weber, C., Helm, C. & Kemethofer, D. (2021). Are Social and Ethnic Reading Inequalities Increasing During School Closures?–The Mediating Role of Parental Involvement in Distance Learning. Frontiers in Education,  https://doi.org/10.3389/feduc.2021.737064  

Weber, C., Helm, C., & Kemethofer, D. (2021). Bildungsungleichheiten durch Schulschließungen? Soziale und ethnische Disparitäten im Lesen innerhalb und zwischen Schulklassen. In D. Fickermann, B. Edelstein, J. Gerick & K. Racherbäumer (Hrsg.), Schule und Schulpolitik während der Corona-Pandemie: Nichts gelernt? Die Deutsche Schule, Beiheft, Band 18 (S. 81-100). Münster: Waxmann.

Weber, C., Helm, C., & Kemethofer, D. (2021). Corona-bedingte Schulschließungen in der Primarstufe–Befunde aus Österreich. Psychologie in Erziehung und Unterricht68(4), 287-291.

Weber, C., Kemethofer, D. & Helm, C. (2020). Wir Wollen's Wissen! - Wie es um die Kompetenzen unserer Schüler/-innen steht - Diagnostik und Fortschrittsmonitoring als Ausgangslage für Schul- und Unterrichtsentwicklung an Schulen in herausfordernder Lage. SchulVerwaltung Spezial, 22(4), 75-76.

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